Montag, 25. Juli 2016

Rückfällig


Zu den bekannten Grundlagen linker Revolutionstheorie gehört unverzichtbar der stetige Kampf gegen jede Form des Revisionismus. Stets ist die erfolgreiche Revolution vom Rückfall in den Kapitalismus und der alten Gesellschaftsordnung bedroht. So wird es in der gängigen Revolutionstheologie regelrecht gepredigt. Die Warnungen vor dem Revisionismus füllen ganze Buchkapitel und keine marxistisch leninistische Partei kommt ohne regelmäßige Mahnungen und Warnungen vor dem Grundübel, ideologisch rückfällig zu werden, aus. Oder anders ausgedrückt, den wahren Weg der revolutionären Partei zu verlassen und dem Pfad der Sünde zu folgen.
Die Wortwahl zeigt ihre Herkunft aus der Theologie und der Zusammenhang ist mehr als auffällig.
So wie die diversen Religionen ihre Schäfchen stets vor der Sünde und dem Verlassen des wahren Glaubens warnen, führt die ML Ideologie diese Tradition fort und hat sie in die Ideologie übernommen. Nur Böse/Sünde wurde gegen Liberalismus, Revisionismus, Reformismus und noch mehr Fehltritte ersetzt. Utopie ist auch darunter und Anarchie? Na das geht mal gar nicht.
Trotzkismus nicht zu vergessen und der hat keineswegs was mit dem Namensgeber zu tun, noch weniger mit den heutigen Trotzkistensekten. Es ist einfach nur eine Sammelbezeichnung für Opposition wie sie bei Stalin angewendet wurde.
Jedenfalls sehen wir, der Kampf gegen alle Strömungen des Denkens hat in der Kirche sein Vorbild. Ist es da der Teufel, der mit seinen Versprechungen die Schäfchen auf Abwege bringen will, die Partei und Revolution ist dementsprechend vom Rückfall in die alte Ordnung und in den Reformismus bedroht. Und daher muß dagegen rund um die Uhr und mit allen Mitteln entschlossen der Kampf geführt werden.
Wird dies vernachlässigt, dann scheitert die Revolution, dann passiert genau das, als 89 der Ostblock zusammenkrachte. Die Kommunisten haben jedenfalls bis heute eine klare Erklärung dafür gefunden, das ein Gesellschaftsmodell zusammenbrach, das mit dem ursprünglichen Gedanken nicht mehr viel zu tun hatte. Ja hätte man nur ….. was bitte?
Für die Dogmatiker waren die Reformen wie Glasnost der Fehler. Also was wäre die Alternative gewesen? Weiter wie gehabt? Gab es. Albanien stemmte sich bis zuletzt dagegen und verzögerte nur den Zusammenbruch, der sich dann umso heftiger entlud.
Oder die chinesische Lösung? Die Partei blieb an der Macht, nur veränderte sich China auch ohne Umsturz. Mao und der Sozialismus sind heute nur noch ideologische Fassade. Aber die Partei hat nach wie vor die Macht und mehr als Machterhalt ist nicht übriggeblieben.
Doch wenn es um den Kampf gegen den Revisionismus geht, gibt es eine weitere Frage, die auf Antwort wartet. Ok, natürlich ist es nicht die Frage, es sind die Menschen die sich mit dem Thema beschäftigen. Die sich noch die Zeit nehmen um sich damit zu befassen, was heute alles andere als selbstverständlich ist.
Wenn die nachrevolutionäre Gesellschaft so instabil ist, daß stets der Rückfall in die alte Ordnung besteht, dann stellt sich schon die Frage, warum.
Warum braucht man eine Parteidiktatur, Zwangssysteme, Geheimpolizei und Zensur um die neue Gesellschaftsordnung zu schützen? Wer wollte denn freiwillig zurück zum Kapitalismus oder ins Feudalsystem, wenn doch der Sozialismus endlich die ersehnte Freiheit gebracht hat. Muß man die neue Gesellschaft mit Stacheldraht, Pressezensur, Schauprozesse und Lager schützen? Vor wem?
Eine Gesellschaft die solche Mittel zu ihrem Erhalt braucht, kann irgendwie nicht so das sein, was den Menschen versprochen wurde.
Die dogmatischen Kommunisten argumentieren, die neue Gesellschaft müsse vor inneren und äußeren Feinden geschützt werden. Betrachte man freilich die Maßnahmen, so richteten sie sich vorwiegend gegen die eigene Bevölkerung und gegen die einfachen Menschen und trafen keineswegs die entmachteten Vertreter der alten Ordnung. Sie richteten sich gegen die Arbeiter und Bauern selbst. Also gegen die Zielgruppe, die angeblich nun die Macht hat, oder in deren Sinn das alles sein soll.
So wie in diversen Glaubenssystemen auch stets die Säuberungen wüteten, da es stets Fanatiker gibt, die der Ansicht sind, das Reich Gottes könne erst anbrechen, wenn alle Störer, Ketzer und Abweichler beseitigt sind, scheint sich im Kommunismus dieses Prinzip fortzusetzen. Das Arbeiter und Bauernparadies kann erst real werden, wenn alle Klassenfeinde beseitigt sind. Und diese Exzesse begleiten die Geschichte des Kommunismus bis zum Extremfall Kambodscha.
PS: Schaut man sich den ideologischen Kampf gegen den Revisionismus genauer an, so stellt man fest, es geht gar nicht darum. Es ist die ideologische Fassade für Machtkämpfe wie sie stets nach Revolutionen ausbrechen. Etwa in der Art, wer bekommt den Weinkeller!

Montag, 4. Juli 2016

Kulturrevolution

50 Jahre Kulturrevolution im China Mao Zedongs: „Eine Revolution, die die Seele berührt“
Wer auf der Suche ist nach einer echten Alternative zum krisengeschüttelten Kapitalismus fragt sich natürlich nicht nur, wie eine sozialistische Gesellschaft erkämpft werden kann.

Die MLPD muß man nicht weiter ernstnehmen. Realen Einfluß hat sie kaum und eigentlich ist sie nur ein Verein bestehend aus in die Jahre gekommener Altlinke und Dogmatiker. Dafür gehört sie zu den letzten Aufrechten, die noch heute die Kulturrevolution als große Leistung abfeiern. Die MLPD ist auch eine der letzten Übriggebliebenen die noch heute die Legende von der revisionistischen Entartung vertreten und danach war die Kulturrevolution genau das richtigen Mittel, die Rückkehr Chinas zum Kapitalismus zu verhindern. Freilich war dieser Kapitalismus in China vorher kaum existent und von einen Industrieproletariat wenig zu sehen. Das wurde erst von der Partei geschaffen. Wie verhindert man also dieRestauration der Kapitalismus? Durch Mobilisierung der Jugend. Böswilligerweise könnte man auch von Aufhetzung der Jugend reden. Es versteht sich, daß die Vertreter der reinen Lehre ein Bild der Kulturrevolution verbreiten, das gerade mal die Parteipropaganda abschreibt. Alle seit langem bekannten Informationen werden ignoriert. Etwa die Anzahl der Opfer, der Schaden der angerichtet wurde. Ignoriert werden in diesem Wunschbild die Schicksale der Menschen, die zur Zielscheibe der Angriffe wurden, ohne zu begreifen, warum. Wer seine Arbeit verlor, plötzlich geächtet war und öffentlich gedemütigt wurde bzw. ‚Selbstkritik‘ leisten mußte, konnte sogar noch von Glück reden, eine große Anzahl hatte weniger Glück und wurde umgebracht. Die Opferzahlen waren nicht gerade bescheiden. All das ist ein bis heute in China nachwirkendes Trauma. Das dies von Dogmatiker auch nur thematisiert wird, wäre naiv zu erwarten. Dieser interne Machtkampf wird als erfolgreicher Kampf gegen die Entartung des Sozialismus dargestellt und schaut man sich die Fotos an, so darf man sich ernsthaft fragen, ob die neue Gesellschaft so aussehen sollte. Die MLPD schreibt wie zu erwarten einen Propagandatext wie man ihn bereits in diversen Parteiblättern von vierzig Jahren genießen konnte.
Ermutigt durch den konsequenten antirevisionistischen Kampf der Kommunistischen Partei (KP) Chinas in Theorie und Praxis, wurden überall auf der Welt revolutionäre, marxistisch-leninistische Parteien und Organisationen gegründet….‘
Und genau in deren Schriften wurde die Kulturrevolution so beschrieben und die realen Opfer ausgeblendet. Ebenso wenig passt in dieses Propagandagemälde, das Ende der Kulturrevolution. Das am Ende Jugendbanden gegen Jugendbanden kämpften und die Partei die Armee einsetzte um den Irrsinn zu beenden. Und zudem ein Großteil der Jugend auf dem Land in der Verbannung endete. Viele endeten auch als Zwangsarbeiter. Hier hatte die Revolution wirklich ihre Kinder gefressen. Alles bekannt wenn man es wissen will. Und auch, was es gebracht hat. Außer Chaos, Zerstörung und Gewalt nicht viel gewesen. Ein wie immer projizierter Rückfall in den Revisionismus wurde nicht verhindert, im Gegenteil. Mit den Machtverschiebungen innerhalb der Partei mußten zahlreiche Opfer der Kulturrevolution rehabilitiert werden. Vielen half das freilich nichts mehr, aber immerhin. Die von der MLPD beschriebene Gründungswelle von ML Parteien war nur die Folge linker Kirchenspaltung und des Versuches der KP Chinas Einfluß unter den Linken in Westeuropa zu erhalten, deren Kommunisten alle die SU als ideologische Führungsmacht betrachteten. Die standen der Kulturrevolution zwar mit ideologisch definierten Mißtrauen gegenüber, die reale Gewalt interessierte sie freilich wenig, das war schließlich ein ganz normaler Vorgang im Kommunismus. Klingt zynisch, aber so dürfte es gewesen sein. Die Jugend im Westen freilich war von der Kulturrevolution beeindruckt. Auch diejenigen, die keine ML Parteien gründeten. Es war eine naive Sichtweise auf die Propagandabilder die aus China kamen. Die Aufmärsche, das Fahnengeflatter und die Geschichten von der Auflehnung gegen die Autoritäten, davon ließen sich viele beeindrucken und da wollte man nicht zu genau hinsehen.
‚Ein halbes Jahrhundert nach dem Beginn der Kulturrevolution erscheinen jetzt in vielen bürgerlichen Zeitungen Artikel mit bösartiger, antikommunistischer Hetze. Gestützt auf die offizielle Geschichtsschreibung im heutigen kapitalistischen China, wird fast gleichlautend behauptet, dass die Kulturrevolution „zehn verlorene Jahre“ oder „zehn Jahre Chaos“ gewesen seien.‘
Möglicherweise gestützt auf eine heute nüchterne Rückschau in der endlich die Fakten beschrieben werden dürfen? Gestützt auf die Geschichten von Beteiligten, die erzählen, worüber sie bisher schweigen mußten? Für die MLPD ist das freilich nur antikommunistische Hetze, was auch sonst? Tatsächlich?
‚Unausweichlich in solch einer Massenbewegung, dass es auch zu Überspitzungen und Übergriffen kam.‘
Ist nicht wahr. Die MLPD gibt zu, daß es zu Übergriffen kam? Na schau an, so ganz kann auch die Partei die Bilder von Parteifunktionären mit Spitzen Hüten und umgehängten Schmähtafeln nicht ignorieren. Aber das waren keine Übergriffe, daß nicht. Von den tatsächlichen ‚Übergriffen‘ gibt es eher wenig Bilddokumente.
‚Jugendliche der „Roten Garden“ zogen über Land, um den Massen zu helfen, Bürokraten und Karrieristen zu entlarven. Später wurden sie mobilisiert, sich dort zumindest zeitweise niederzulassen, um sich an der schweren Arbeit zu beteiligen, beim Aufbau von Schulen….‘
So liest sich das Ende der Kulturrevolution. Eher wurden sie weitab auf die Dörfer verbannt um sie ruhigzustellen. Sie wurden nicht mehr gebraucht und konnten so in den Städten nichts mehr anstellen. Und mobilisiert? Vermutlich wurde notfalls nachgeholfen ebenso wie es der Armee gelang, mitten im Frieden auf chinesische Ziele Bomben zu werfen.
….Drei Tage vorher hatte Mao Zedong eine Wandzeitung veröffentlicht mit der Losung „Bombardiert das bürgerliche Hauptquartier!“ ‘
Hatte jemand bei der chinesischen Luftwaffe dies gelesen und möglicherweise etwas mißverstanden? Man könnt es fast glauben. Doch es gibt noch mehr Irrtümer über die uns die Partei aufklärt. Das Rote Garden gegeneinander kämpften hat demnach einen Grund. Diesen.
‚…….Die kritisierten Machthaber merkten bald, dass sie im offenen Schlagabtausch hoffnungslos unterlegen waren. Darum gründeten sie selber konkurrierende „Rote Garden“, die vor Mord und Totschlag nicht zurückscheuten……‘
Aha, jetzt sind wir klüger. Hat also nichts damit zu tun, das den Roten Graden die ‚Feinde‘ ausgingen und nur Fahnenschwenken auf die Dauer unbefriedigend ist. Zu einer echten Revolution gehören auch Klassenfeinde, die man verprügeln kann. Nichts dergleichen, es war alles von Klassenfeinden gesteuert, die damit nur….. irgendwie kommt einen diese Form der Darstellung bekannt vor. Das ist von irgendwelchen finsteren Mächten gesteuert. Irgendwo im Dunkeln sitzen die Verschwörer die alles zerstören wollen und nur darauf lauern, den Kapitalismus wiedereinzuführen. Ach was kann die Welt einfach sein.
Das bekamen auch die protestierenden Jugendlichen in den Industriemetropolen zu hören. Sie wären ja nur vom Osten gesteuert. Undenkbar, daß Menschen von sich aus aktiv werden. Da muß es eine Zentrale im Hintergrund geben, die Ihnen die Befehle gibt. Klar, wer so redete, kannte es selbst nicht anders. Auf China bezogen bedeutet das, wenn es innerhalb der Kulturrevolution zu hässlichen Szenen gekommen sein sollte, dann kennen wir die Verantwortlichen. Es waren kleinbürgerliche Bürokraten und Revisionisten. Auf keinen Fall hatte die revolutionäre Jugend damit was zu tun, die selbstverständlich reinen Herzens ist und mit dem ihr eigenen jugendlichen Fanatismus gegen Jugendliche kämpft, die ihre Mütze versetzt tragen.
Soweit so schlecht, die Partei hat einen Propagandatext abgeliefert, den man nicht weiter ernst nehmen muß. Man erfährt hier vieles über die Denkweise kommunistischer Dogmatiker aber wenig über das Thema. Doch die MLPD hat noch ein kleines Geschenk für uns. Oder soll man sagen, eine Drohung?
‚…….Mehrere Kulturrevolutionen werden notwendig sein, um endgültig durch eine ständige proletarische Erziehung über die kleinbürgerliche Denkweise in der Bürokratie zu siegen….‘
Na da können wir ja froh sein, das wir die erste Kulturrevolution hinter uns haben, würde man in China denken. Beim nächsten Mal wird alles besser. Oder wir lassen s einfach. Was die MLPD angeht, an dieser Drohung sollte man sich bei der nächsten Wahlentscheidung erinnern, selbst wenn die Wahlergebnisse eigentlich nicht der Rede wert sind.


Er drängt auch darauf, zu erfahren, wie verhindert werden kann, dass der Sozialismus wieder zugrunde gerichtet wird – wie es in den ersten sozialistischen Ländern der Welt, der Sowjetunion, China, der DDR und anderen geschah. …….vor 50 Jahren fand sich die überzeugende Antwort darauf, wie eine Restauration der Kapitalismus verhindert werden kann: die Große Proletarische Kulturrevolution im China Mao Zedongs.

Die Kulturrevolution war ein großartiges Fanal gegen den Verrat am Sozialismus. Es ließ die ganze Welt aufhorchen. Eine historisch einmalige Mobilisierung breitester Massen von Arbeiterinnen und Arbeitern, armen Bäuerinnen und Bauern und von Jugendlichen verhinderte die damals in China unmittelbar drohende Machtübernahme durch eine kleinbürgerliche Bürokratie. Sie verwirklichte allseitig die Diktatur des Proletariats gegen die Bürokratisierung des Partei-, Staats- und Wirtschaftsapparats. Das begeisterte fortschrittliche Menschen auf der ganzen Welt.

Revisionistische Parteien, die am Gängelband Moskaus oder Ostberlins geführt wurden, versumpften in der Rechtfertigung bürokratisch-kapitalistischer Verhältnisse, die von ihnen als „realer Sozialismus“ beschönigt wurden.

Ermutigt durch den konsequenten antirevisionistischen Kampf der Kommunistischen Partei (KP) Chinas in Theorie und Praxis, wurden überall auf der Welt revolutionäre, marxistisch-leninistische Parteien und Organisationen gegründet. Viele dieser Organisationen verschwanden sehr schnell wieder von der politischen Bühne. Für echte Marxisten-Leninisten aber ist die Kulturrevolution bis heute eine Richtschnur im Kampf für einen neuen Anlauf für den Sozialismus. Heute hat die internationale revolutionäre und Arbeiterbewegung ihre Talsohle durchschritten, festigt und entwickelt sich.

Das lässt den Herrschenden im Zeichen zunehmender Kapitalismus Kritik und eines Linkstrends unter den Massen keine Ruhe.

Eine bösartige, antikommunistische Schlammlawine

Ein halbes Jahrhundert nach dem Beginn der Kulturrevolution erscheinen jetzt in vielen bürgerlichen Zeitungen Artikel mit bösartiger, antikommunistischer Hetze. Gestützt auf die offizielle Geschichtsschreibung im heutigen kapitalistischen China, wird fast gleichlautend behauptet, dass die Kulturrevolution „zehn verlorene Jahre“ oder „zehn Jahre Chaos“ gewesen seien. Die Kulturrevolution war eine das ganze Land mobilisierende Massenbewegung – vor allem Jugendliche demonstrierten zu Hunderttausenden in der Hauptstadt Peking, um ihre Unterstützung für diese Revolution, „die die Seele berührt“, zu bekräftigen.

Eine Verfälschung ist es allerdings, aus der Kulturrevolution eine Studentenrevolte zu machen. Tatsächlich hatte die Kulturrevolution einen besonderen Schwerpunkt im Bildungs- und Erziehungswesen und im Kulturbereich, dem Überbau. Dort hatten sich feudale und bürgerliche Traditionen besonders hartnäckig halten – und zum Teil sogar wieder festigen können. Dagegen entwickelte sich Widerstand, und viele Proteste gingen von den Universitäten aus. Aber dabei blieb es nicht. Gerade die gezielte Verbindung der rebellierenden Studierenden mit den Massen der armen Bauern und dem Proletariat war eine Grundlinie der revolutionären Führung. Erst indem die Jugendlichen lernten, „dem Volke zu dienen“, wurden sie zu „jungen Bahnbrechern“. Es ging darum, dass „die Arbeiter in allem die Führung“ übernahmen und mit der Kommunistischen Partei und ihren Genossinnen und Genossen an der Spitze die Diktatur des Proletariats verwirklichten.

Unausweichlich in solch einer Massenbewegung, dass es auch zu Überspitzungen und Übergriffen kam. Mao Zedong ermutigte die Jugend: „Rebellion ist gerechtfertigt“. Er wusste, dass revolutionäre Bewegungen eben „kein Deckchensticken“ sein können. Aber er warnte auch vor einem Jugendkult und forderte friedliche Mittel in der Auseinandersetzung.

Die beliebteste Methode der Gegner der Kulturrevolution ist es, tragische Einzelschicksale aufzutischen: Von Opernsängerinnen, die gedemütigt wurden, weil sie „Schweine hüten“ mussten. Das sollte doch lieber den armen Bauern überlassen bleiben. Gerne bemühen die Artikelschreiber die Klischees der Massenpsychologie. Das Volk sei von Mao missbraucht worden, um seine persönlichen Macht-Ambitionen mit der Ausschaltung seiner Widersacher zu befriedigen. Es ging tatsächlich um die Machtfrage: vorwärts zum Aufbau des Sozialismus – oder zurück in die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung! Nur hatte das nichts mit persönlichen Machtgelüsten Maos zu tun. Dessen Verleumdung mit teilweise geradezu abstrusen Lügengeschichten gehört ebenso zu den großen Stereotypen des modernen Anti­kommunismus wie die Dämonisierung Josef Stalins als angeblichem „Massenmörder“.

Mit immer phantastischeren Opferzahlen überbieten sich die Verfasser der jüngsten Artikel zur Kulturrevolution: „Die Zeit“ nennt 400 000, die „Süddeutsche“ 1,4 bis 1,8 Millionen, die „Tagesthemen“ bringen es auf 2 Millionen. Belege? Verursacher? Verantwortliche? Fehlanzeige!

Über die Ausgangslage in China, die Zielsetzungen und realen Ergebnisse der Kulturrevolution lohnt es sich nach dieser Logik gar nicht erst zu schreiben.

Worum ging es in der Kulturrevolution?

Am 8. August 1966, 17 Jahre nach der siegreichen Revolution in China im Jahr 1949, verabschiedete das Zentralkomitee der KP Chinas einen „16-Punkte-Beschluss zur Großen Proletarischen Kulturrevolution“. Dieses Dokument stellt klar ihr Ziel heraus: „gegen die den kapitalistischen Weg gehenden Machthaber zu kämpfen und sie niederzuschlagen“. Die dazu entscheidende Methode wurde genannt: „Vertraut den Massen, stützt euch auf sie und respektiert ihre Initiative!“

Drei Tage vorher hatte Mao Zedong eine Wandzeitung veröffentlicht mit der Losung „Bombardiert das bürgerliche Hauptquartier!“ Schon am 16. Mai 1966 gab ein Rundschreiben des Zentralkomitees den Anstoß für die Kulturrevolution.

Wen meinte Mao Zedong mit dem „bürgerlichen Hauptquartier“, das „bombardiert“ werden sollte? 1956 hatten sich im ersten sozialistischen Land der Welt, der Sowjetunion, entartete Bürokraten an die Macht geputscht. Beim XX. Parteitag der KPdSU überzog ihr Anführer, Nikita Chruschtschow, mit einer Geheimrede den drei Jahre vorher verstorbenen Josef Stalin mit übelsten Verleumdungen. Marxistisch-leninistische Grundpositionen wurden über Bord geworfen. Angeblich gebe es fortan einen „friedlichen Weg zum Sozialismus“, der Klassenkampf sei überflüssig geworden, weil die alten herrschenden Klassen von der Macht vertrieben worden seien. Aber dafür hatten sich neue Herren breitgemacht: mit Privilegien für die Führer in Partei, Staat und Wirtschaft. Wer der neuen, revisionistischen Parteilinie widersprach, wurde bespitzelt, unterdrückt und verfolgt.

Mao Zedong verfolgte diese Entwicklungen kritisch und zunehmend besorgt. 1957 untersuchte er in dem Werk „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volk“ allseitig die Existenz von Widersprüchen, Klassen und Klassenkämpfen im Sozialismus. Sie spiegeln sich als Kampf zweier Linien auch in der Partei wider. Widersprüche zum Feind müssen mit der nötigen Härte ausgetragen werden, Widersprüche im Volk aber können nicht administrativ durch Befehl und Gehorsam geklärt werden. „Man kann andere nur durch Argumente überzeugen, nicht durch Zwang. Zwangsmaßnahmen haben nur zur Folge, dass der, gegen den sie angewandt werden, nicht überzeugt wird. Mit Gewalt kann man nicht überzeugen. So kann man gegen Feinde vorgehen, nie darf man aber Genossen und Freunden gegenüber solche Methoden anwenden.“

In der „Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ bewies die KP Chinas 1963, dass die ideologisch-politischen Positionen der Chruschtschows und Co. prinzipiell unvereinbar mit dem Marxismus und Lenins Lehren waren.

Erfolge der Kulturrevolution

Dieser Kampf tobte auch in der Führung der KP Chinas. Staatspräsident Liu Shaoqi und der Generalsekretär der KP Chinas, Deng Xiaoping, waren die wichtigsten Vertreter der „Machthaber, die einen kapitalistischen Weg gehen wollten“. Sie unterstützten offen den von Mao Zedong kritisierten XX. Parteitag der KPdSU, der Ausgangspunkt der Restauration des Kapitalismus war. Mao Zedong geriet sogar zeitweise in eine Minderheitenposition im Zentralkomitee.

Im vollsten Vertrauen auf die Arbeiter, Bauern und die Jugend nahm Mao Zedong den Kampf dagegen auf. Massenhaft wurde die dialektische Methode anschaulich geschult. Zu den wichtigsten Verdiensten der Kulturrevolution gehört es, der weltanschaulichen, ideologisch-politischen Auseinandersetzung in der Partei und unter den Massen größte Bedeutung zu erkämpfen. Dabei sollten Theorie und Praxis immer in enger Verbindung stehen. Jugendliche der „Roten Garden“ zogen über Land, um den Massen zu helfen, Bürokraten und Karrieristen zu entlarven. Später wurden sie mobilisiert, sich dort zumindest zeitweise niederzulassen, um sich an der schweren Arbeit zu beteiligen, beim Aufbau von Schulen, Kindergärten, Gesundheitsstationen usw. zu helfen.

Die kritisierten Machthaber merkten bald, dass sie im offenen Schlagabtausch hoffnungslos unterlegen waren. Darum gründeten sie selber konkurrierende „Rote Garden“, die vor Mord und Totschlag nicht zurückscheuten. Das kostete viele Leben. Beispielhaft dafür war die sogenannte Wuhan-Affäre im Juli 1967, wo als „Rebellen“ getarnte Rechtselemente gegen revolutionäre Arbeiter und Studenten vorgingen und versuchten, Teile der Armee für sich zu vereinnahmen. Mao Zedong entlarvte dieses Komplott mit Unterstützung von Zhou Enlai. Die chinesische Armee wurde fortan aktiv in den revolutionären Prozess einbezogen.

Mit der Gründung von Revolutionskomitees in Betrieben, Institutionen, Städten und Gemeinden wurden neue Machtorgane gebildet, die die führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer Partei verwirklichten. Darin arbeiteten erfahrende Arbeiter, Frauen, Jugendliche, Militärangehörige und Parteikader zusammen. „Die Politik muss in allem die Führung haben“, hieß es. Das war ein Kampf um das Grundsätzliche, Prinzipielle – entgegen pragmatischem Herangehen.

Am 31. Oktober 1968 wurde Liu Shaoqi von der 12. Plenartagung des 8. Zentralkomitees aus der Partei ausgeschlossen, Deng Xiaoping all seiner Ämter enthoben. Damit fand die Kulturrevolution einen relativen Abschluss.

Allen heute verbreiteten Behauptungen eines wirtschaftlichen Niedergangs Chinas in der Kulturrevolution zum Trotz, gab es in Wahrheit ein rasantes Wirtschaftswachstum. Selbst der „Spiegel“ berichtete in einer umfangreich recherchierten Titelgeschichte Anfang 1971 voller Respekt über die „Produktions-Schlacht in China“: „Denn vier Jahre nach dem Ausbruch der Kulturrevolution scheint es dem ‚Großen Steuermann‘ Mao Tsetung, 77, gelungen zu sein, die damals freigesetzten Energien in eine gigantische, das ganze Volk erfassende technisch-wirtschaftliche Revolution umzuleiten, die Züge einer fernen Utopie trägt …“

Die Erfolge der Kulturrevolution – im Bildungs- und Gesundheitswesen, im Kampf um die Befreiung der Frau und in der Umwelt- und Kulturpolitik – konnten im Kampf gegen Einflüsse der kleinbürgerlichen Denkweise vorangebracht und das sozialistische Bewusstsein geweckt und sprunghaft entwickelt werden.

Weitreichende ideologisch-politische Aufklärungskampagnen und Massenbewegungen wurden unter Führung Mao Zedongs organisiert – gegen „den Wind von rechts“, gegen alte konfuzianische Ideen.

Schöpferische Lehren

Die MLPD hat mit der Lehre von der Denkweise, mit der allseitigen Verwirklichung der Massenlinie, mit der Verankerung eines Systems der Kontrolle und Selbstkontrolle der Partei weitreichende, schöpferische Schlussfolgerungen aus den unvergänglichen Erfolgen beim Aufbau des Sozialismus im China Mao Zedongs und besonders der Kulturrevolution gezogen.

Dass Deng Xiaoping zwar von allen Ämtern abgesetzt, aber nicht aus der Partei ausgeschlossen worden war, kritisierte die MLPD: „Der Fehler, diesen Feind des Sozialismus in der Partei zu belassen, sollte sich später bitter rächen.“ Das hat es den Rechtskräften erleichtert, nach dem Tod Mao Zedongs 1976 die Macht an sich zu reißen. Unter Führung Deng Xiaopings wurde in atemberaubendem Tempo der Kapitalismus wiederhergestellt. Heute ist China eine besonders aggressiv aufstrebende neuimperialistische Macht. Aber Arbeiterkämpfe und Massenproteste nehmen zu, und die Gedanken Mao Zedongs sowie die Erinnerung an die Kulturrevolution sind lebendig unter den Massen!

Beim Aufbau des Sozialismus bis hin zum Kommunismus kommt es entscheidend auf die Mobilisierung der Massen an – gegen das Vordringen der kleinbürgerlichen Denkweise. „Das hat Lenin immer wieder gefordert, Stalin wiederholt, aber nicht verwirklicht und Mao Tsetung durch die Große Proletarische Kulturrevolution praktiziert. Mehrere Kulturrevolutionen werden notwendig sein, um endgültig durch eine ständige proletarische Erziehung über die kleinbürgerliche Denkweise in der Bürokratie zu siegen. Es bleibt die Alternative: Sieg der kleinbürgerlich denkenden Bürokratie bedeutet Sieg der Konterrevolution! Sieg der Proletarischen Kulturrevolution bedeutet Sieg des Sozialismus!“

Freitag, 3. Juni 2016

Jugendwiderstand

Der Vereinsblog bei Google
Man nehme eine  maoistische ML Sekte aus den 70gern mit aktionistischen Jugendlichen und Drang zur kollektiven Nestwärme einer klar strukturierten Gruppe in der man gesagt bekommt, wo s langgeht und verfrachte sie in die heutige Zeit. Was kommt dabei raus? Jugendwiderstand nennt sich dieser Haufen und besteht mehrheitlich aus jungen Männern, wenig Frauen und könnte nicht wenige Linke, an die eigene Jugend erinnern. Schwerpunktmäßig scheinen sie in Hamburg und Berlin vertreten zu sein und wie bei einer begrenzten Anzahl zu erwarten, man sieht sie allenfalls bei Aktionen wie der LL Demo, dem 1. Mai und da pflegen sie die Demokultur einer lauten Gruppe die sich durch laute Propaganda bemerkbar macht.
Was neu ist, einige von ihnen haben sprühen gelernt und nutzen Writing für ihre Propaganda. Hat auch lange genug gedauert, bis die Linke an sich den Writerstyle entdeckte. Writerstyle und Kommunismus? Passt das zusammen? Was im Realsozialismus mit Writer passiert wäre? Nun die gab es im Osten erst nach dem Ende des Warschauer Pakts, vorher gab es da keine Dosen. Aber gut, was soll man sich drüber aufregen? Sie sind eben im Jahr 2016 angekommen, aber ihre Politik ist original aus den 70ern. Die Plakatgestaltung  folgt original der Propagandagraphik aus China.
Dafür sind sie auch elektronisch angekommen. Sie sind bei Facebook und haben einen Blog, auf dem die aktuellen revolutionären Heldentaten der Netzwelt vorgestellt werden. Mit eingebetteten Video oder auf Foto auf dem die Gesichter verpixelt sind. Man weiß schließlich, was sich gehört und dies unterstreicht das Konspirative des Vereins. So kann man sich als sehr gefährlich und wichtig darstellen.
Ideologisch wird der Maoismus in die Neuzeit hinübergerettet, in einer Form, die selbst in China allenfalls eher der Traditionspflege dient. Selbst haben sie das Kopfbanner als Transpi in die Neuzeit hinübergerettet. Ein Demoauftritt, man fragt sich, ist das Cosplay oder ernst gemeint. Sind sie nicht allein mit. Man sieht ja, daß etliches aus der Vergangenheit wieder ausgegraben wird. Freilich kann man hier nicht von einer ML Bewegung wie damals reden. Es sind nur einige wenige Verirrte die sich dafür umso mehr für eine Elite halten dürften. Man konnt es sogar lesen, wenn sich einer in etwa dahingehend äußerte, was willst Alter? Wir sind jung und du bist eh bald weg. So etwa sinngemäß. In dem Alter darf man sich einbilden, man hat die Zeit auf seiner Seite und die Zukunft gehört mir. Auf Indymedia versuchen sie natürlich auch zu werben, nur werden sie da nicht ganz so freudig empfangen.

Komiker.
Helden.

Samstag, 23. Januar 2016

Dem Volke dienen

Screenshot der Webseite.
Der alte Maospruch, den eh niemand mehr 
ernst nimmt, in China schon gar nicht. 
Hier wird er der Netzwelt wieder als 
Richtungsweisend verkauft.
Eine weitere Kleinsekte mit einer etwas seltsamen maoistischen Ideologie, die dafür aktuell die frühere Einstellung von Haupt- und Nebenwiderspruch zum Thema macht. Soll heißen, das zur Sprache bringen von derartigen Vorgängen, dient nur dem Gegner. Also dem Kapital und ist daher Verrat. Es war die erste Zielgruppe der Linken, die Arbeiterklasse, die seinerzeit unter Schutz gestellt wurde und damit war jede Form der Kritik am Verhalten wie Gewalt in der Ehe, gegen Kinder und was noch alles, untersagt. Das Proletariat durfte nicht hinterfragt  werden. Das galt als Klassenverrat. Da hieß es schnell, du verhöhnst die Arbeiterklasse. Oder du schadest unserem Kampf.

Heute hat die Linke eine neue Zielgruppe die sie unter ihrem Schutz gestellt hat und damit ist (von Kritik wollen wir nicht erst anfangen) jede auch nur ansatzweise reale Darstellung ihrer Eigenarten untersagt und gilt als Rassismus. Ob Islam, Salafisten oder ihr kultureller Hintergrund. Alles kein Thema. Darüber wird Schweigen verordnet, solange, bis es Ärger gibt. Und dann überlässt man die Auseinandersetzung den Rechten. Doch hier hat sich eine Maosekte zu Wort gemeldet. Auf ihre Weise. Und damit stellt sie der Netzwelt im Jahr 2016 diese verstaubte Haltung aus den 70ern vor. Fast hätte man sie vergessen, doch sie ist in abgewandelter Form durchaus aktuell. Und diese wird nicht von Kleinsekten, sondern von weiten Kreisen der Linken geteilt.

Lassen wir uns nicht spalten! Bekämpfen wir das Patriarchat und den imperialistischen Chauvinismus!

Wenn Frauen angegriffen werden, muss das denunziert und bekämpft werden, aber wir werden nicht erlauben, dass die Ereignisse in Köln, mithilfe des bürgerlichen Feminismus dazu genutzt werden, die Spaltung zwischen Flüchtlingen und Migranten, bzw. ausländischen Arbeitern, und deutschen Arbeitern zu verschärfen ……..

Was ist da passiert?

Laut den Berichten der bürgerlichen Medien waren schon im Vorfeld am Kölner Hauptbahnhof verstärkt Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz, trotzdem wurde nicht verhindert, dass Frauen massenhaft belästigt wurden……………

Wir können nicht davon ausgehen, dass Flüchtlinge im Allgemeinen unschuldige Opfer der sind, mit Sicherheit gibt es unter ihnen Kriminelle und Lumpen. Genauso kann man nicht davon ausgehen, dass unter den Europäern, die nach Amerika ausgewandert sind, ebenfalls keine Kriminellen waren.

Na schau an, nicht alle Flüchtlingen sind Heilige. Bemerkenswerte Erkenntnis. Das ist eine Aussage, die auf manchen Szeneportalen die Grenze der Meinungsfreiheit überschreitet.

Dazu kommt, dass in den halbfeudalen und halbkolonialen Ländern, in denen sich ein bürokratischer Kapitalismus

Aha, der bürokratische Kapitalismus ist die Ursache? Wohl eher ein feudales Geschlechterbild des Islams. Doch das ist für Sektierer kein Thema, das schadet nur dem Kampf. Oder sollte man besser sagen, der Propaganda. Der Fundamentalismus als Gewaltideologie, die sich derzeit da breitmacht überfordert das traditionelle antiimperialistische Weltbild. Es ist da nicht vorgesehen.

entwickelt, das Patriarchat, die Unterdrückung der Frau einen viel offeneren Ausdruck findet. Das führt dazu, dass die Erziehung, die Kultur ein Bild der Frau schafft, das besagt, dass sie eine Prostituierte ist, wenn sie unverschleiert oder freizügig gekleidet ist.

So läuft nur ne Nutte rum. Das hörst nicht selten. Allerdings schreiben darf man das auf linken Seiten nicht, das ist Rassismus. Was passiert dann, wenn Männer, die aus solchen Ländern kommen, auf Frauen treffen, die von ihrer gesellschaftlichen Erziehung gelernt haben, je knapper du bekleidet bist, desto höher ist dein Wert auf dem Markt, deine Konkurrenzfähigkeit im Sinne sexy zu sein?

Das kann nur zu einem Zusammenprall führen.

Da kommen sogar Maoisten zu bemerkenswerten Ansichten. Wenn Männer aus der Kultur auf Frauen in Europa treffen, dann kann das nur zu einem Zusammenprall führen? Schau an, auf Szeneseiten wäre das bereits Rassismus und würde sofort zensiert.

Ach ja, und diese Frauenbilder sind nur Ausdruck des Patriarchats? Ja, da loben wir doch das geschlechtsneutrale Erscheinungsbild der ukrainischen Traktoristin. Von jeder Erotik und Geschlechtsmerkmal befreit.

„ je knapper du bekleidet bist, desto höher ist dein Wert auf dem Markt…“

Diese Frauenbilder, so unterschiedlich sie auch sind, sind beides Ausdrücke des Patriarchats.

Kommies eben. Noch heute reduzieren sie alles auf den Haupt- und Nebenwiderspruch  und sexy kann ja nur Ausdruck der kapitalistischen Ideologie sein. Das knapp bekleidete Frauen bereits auf den Wänden ägyptischer Gräber zu finden sind, scheint Maoisten etwas zu überfordern. Linke Sauertöpfe eben, jede Erotik ist denen verdächtig und dient nur der Ablenkung vom Klassenkampf

Was uns viel mehr interessiert ist die Rolle, die der Staat und das Patriarchat dabei spielen. Der Staat schaut tatenlos zu bis die Situation eskaliert ist und nutzt sie im Nachhinein, um alle Flüchtlinge als Kriminelle und Vergewaltiger darzustellen

Da ist der Verdacht einer hinterhältigen Verschwörung nicht mehr weit. Irgendwer muß ja schuld sein. Auf so ne Idee könnten auch rechte Verschwörerfans kommen.

Als Proletarische Feministinnen können wir nicht erlauben, daß diese Vorkommnisse genutzt werden, um mithilfe des bürgerlichen Feminismus uns Frauen und unsere Klasse zu spalten.

Von welchen Proletarischen Feministinnen hier die Rede ist? Maosekten sind in der Regel Männervereine und Frauen haben da wenig zu melden.

Genau, deswegen muß das Thema schnell beendet werden damit wir und wieder den wirklich wichtigen Bereichen der antimperialistischen Kampfes widmen können. Das bedeutet, daß sich die Parteipropaganda nicht mit lästigen Meldungen wie mittelalterliches Frauenbild von Einwanderern aus dem arabischen Raum und den Folgen,  belästigt werden will, eben so wenig wie die Szenelinke. Wir haben weitaus wichtigeres zu tun und da stört uns die Realität nur.