Mittwoch, 6. Dezember 2017

DKP

Screenshot
Tiefe Krise und Spaltung der DKP

Die MLPD macht sich um die Konkurrenz von der DKP Sorgen. Ja was geht denn da vor sich und was gibt s bei dem Verein noch zu spalten?

Auf diesem Hintergrund eskaliert die Krise der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Der Parteivorstand der DKP unter der Führung von Patrik Köbele stellt nach einer Parteivorstandssitzung am 25/26. November in einem öffentlichen Aufruf an seine Partei fest: „Unsere Partei ist in einer sehr komplizierten Situation. Der Kurs der Partei und ihres Vorstandes wird von 'links' und von 'rechts' kritisiert. Auf beiden Seiten verlassen Genossinnen und Genossen die Partei oder tragen sich mit dem Gedanken, die Partei zu verlassen.“
Die DKP hat nicht nur ihre früher in der Arbeiterklasse vorhandene Basis weitgehend verloren, sondern ist bundesweit auch nicht mehr in der Lage einheitlich zu handeln. An der Kampagne der DKP zu den letzten Bundestagswahlen beteiligte sich nur ein Teil der Mitglieder und Organisationseinheiten. Einige Bezirksverbände lehnten dies offen ab. Die DKP konnte nur in 9 von 16 Bundesländern die notwendigen Unterschriften für die Wahlzulassung sammeln.

So dürfen wir es auf der Webseite der MLPD lesen. Eigentlich nichts Überraschendes und neu ist das auch nicht. Aber es scheint Ärger zu geben.

Schon im August verließen einige Frankfurter Mitglieder die DKP und deren Jugendverband SDAJ, weil ihrer Meinung nach die DKP und die SDAJ keine revolutionäre Perspektive für die Organisierung der Arbeiterklasse hat. Ihrer Meinung nach hängt „die falsche Praxis und der desolate Zustand der Partei und des Jugendverbandes“ eng “mit der Strategie des demokratischen Übergangs, der `Wende zu sozialem und demokratischen Fortschritt`, der antimonopolistischen Demokratie oder Strategie“ zusammen.

Also denen ist die Partei zu reformistisch. Das alte Problem mal wieder.

Das konnte und kann auch heute jeder anhand der Klassiker der Arbeiterbewegung selbst nachprüfen: Aus dem Programm der DKP wurde die "Diktatur des Proletariats" verbannt.

Die MLPD kennt natürlich die Ursache und schon ihr Oberguru kritisierte die DKP als zu wenig revolutionär. Da war er nicht der Einzige. Die gleiche Kritik kam von den sich neugründenden ML Gruppen. Hier geht es um die heilige Kuh, die Diktatur des Proletariats. Orthodoxe Kommunisten ignorieren nach wie vor die Tatsache, daß der Name irreführend ist und es nie eine Diktatur des Proletariats gegeben hat. Eher eine Diktatur der Partei über das Proletariat.

Großzügig finanziert von der DDR, geduldet von der westdeutschen Regierung und oftmals beliebt bei reformistischen Gewerkschaftsführern, wuchs die DKP zeitweise zur stärksten linken Organisation mit mehreren Zehntausend Mitgliedern heran.

Soweit die Sichtweise der Partei für den echten Sozialismus.

Die Stärke der DKP ging mit dem Zusammenbruch des bürokratischen Kapitalismus unwiderruflich zu Ende. Nicht nur die fehlende materielle Basis: für viele Mitglieder brach auch eine Welt zusammen in ihrer Illusion über DDR und UdSSR als „real existierender Sozialismus“. Viele alte Mitglieder halten der DKP noch aus Verbundenheit zur revolutionären Tradition der deutschen Arbeiterbewegung die Treue.

Und die dürfen gerne zu uns kommen. Bei uns ist alles etwas größer, besonders die Spendenbüchse. ;-)))

Wenn jetzt scharenweise Mitglieder die DKP verlassen, geschieht dies aus unterschiedlichen Motiven. Teile der südbayerischen und Münchner DKP tun dies mit liquidatorischen Positionen, schwören offen dem Marxismus-Leninismus ab, verbreiten die antikommunistische Stalin-Hetze und schließen sich dem Reformismus der Linkspartei an. Andere haben einen revolutionären Anspruch.

Na schau an. Einige scheinen gemerkt zu haben, das Weltbild des Marxismus Leninismus eignet sich nicht um heute was zu bewegen oder die Leut zu erreichen. Wer freilich dem Marxismus Leninismus abschwört! (man beachte die theologische Wortwahl)  der verläßt das theologische Lehrgebäude und dessen Seele ist nicht mehr zu retten. Die mit dem revolutionären Anspruch dürfen gerne unsere Reihen verstärken. Und vor allem unsere Finanzen.
Viel dürfte es ja nicht mehr sein, was sich von der DKP abspalten könnte. 3500 Mitglieder soll sie noch haben (Wikipedia)
Auf der Webseite der DKP ist darüber nur ansatzweise was zu lesen. Es scheint Diskussionsbedarf zu geben.

In der Auseinandersetzung mit Linksradikalen, die sich die Frage „Wie weiter?“ nun endlich, wenn auch leider erst zu Teilen außerhalb der Partei stellen, sind die angeführten Aussagen Lenins zum Zusammenhang zwischen dem demokratischen und dem sozialistischen Kampf ungeheuer wichtig.

So stehts da u.a.

Der Hauptgrund warum sich die MLPD damit befasst dürfte die verzweifelte Hoffnung sein, da was abrippen zu können. Der Schiffsbruch des einen ist bekanntlich das Strandgut des anderen. Na da wünschen wir mal viel Glück.

Samstag, 1. Juli 2017

Aufgabenverteilung

Von Zeit  zu Zeit tauchen im Netz diverse Aufrufe auf. Veröffentlicht auf offene Portale und parallel auf Blog und da heißt es dann meist, an die organisierte Linke, an die kommunistische Linke oder an die Kommunisten bzw. die linken Gruppen. Die Aufgaben der Linken, oder auch Die Aufgaben der Kommunisten. So etwa lauten die Überschriften. Der Empfänger ist jedenfalls Parteiübergreifend, oder soll es sein. Es wird vermieden, konkrete einzelne Namen zu benennen. Es wird vorausgesetzt, die Empfänger werden sich angesprochen fühlen. Oder so, sie wissen daß sie gemeint sind.
So, das wär schon mal erledigt. Nun kommen wir zu den Aufgaben. Nun wird die Weltlage beschrieben oder die Lage in Europa, wie auch immer. Angesichts der aktuellen Gemeinheiten des Systems, der Kapitalisten und des Klassenfeindes sind Abwehrmaßnahmen erforderlich.
Es ist wie ein Planspiel. Hier steht der Feind, das hat er vor und wir müssen nun unsere verbliebenen Kräfte sammeln und uns hier und da positionieren. So steht es natürlich nicht geschrieben, aber es liest sich meist so.
So ist die Lage, so sieht die Konstellation der imperialistischen Mächte aus, auf diese und diese Länder zielen sie und dann wollen sie wieder die Krise auf die Arbeiterklasse abwälzen. Irgendwie kennt man das seit man politisch denken kann und Flugblätter liest. Das kann also bei den einen fünfzehn Jahre heißen, bei anderen die doppelte Zeit und bei älteren Semestern durchaus mehr als vierzig Jahre. Irgendwie wiederholt sich das immer wieder. Kommt einen jedenfalls so vor.
Die Aufgaben die zu bewältigen wären, sind jedenfalls nicht von Pappe. Das ist nichts für Weicheier. Da geht es um ganz große Storys und die sind nicht mit ein paar brennenden Mülltonnen erledigt. Es geht schließlich nicht um den ‚Kinderkram‘ von Basisaktionen im Kiez. Da geht’s schon um ganz großes Kino. Es geht gegen das kapitalistische System, seine imperialistische Ausbeutung und natürlich um die stetige Krise des Kapitalismus.
Kennt man doch schon lange. Nichts Neues unter der Sonne, ist aber nach wie vor unerledigt liegengeblieben, als sich die Partei verabschiedete, auflöste, spaltete oder im Revisionismus versumpfte.
Wie bei Hornbach. Es gibt immer was zu tun. Die Pflicht ruft, die Müßiggänger schiebt beiseite. Politik kennt keine Pause und der Klassenfeind schläft nicht. Daher muß die eingeschlafene Linke regelmäßig mit nen Tritt geweckt werde. Genau, diese faule Bande, die ‚Stadt für alle‘ an die Wände pinselt und doch nicht ernsthaft glaubt, damit wären die revolutionären Aufgaben eines Kaders erfüllt. So einfach geht linke Politik nicht. Wär ja noch schöner, dann könnt's ja jeder machen.
Nein, dafür braucht man schon die organisierte Linke. Mindestens, besser aber gleich die richtige klassenbewußte Partei.
Aber zurück zu den Aufgaben. Wer stellt diese? An wem und warum? Hat jemand den Frust mit den Hausaufgaben aus der Schulzeit nicht verarbeitet? Genau, die Hausaufgaben, die einen den Nachmittag echt versauen konnten und nur beim Genuß des Fernsehprogramms störten.
Jedenfalls gibt es diese Menschen die Aufgaben zu verteilen haben. Niemand kennt sie, keiner weiß wer sie sind oder hat sie je gesehen. Aber soviel ist sicher. Sie kennen die Weltlage, wissen bestens über die Konfrontationslinien der Imperialisten Bescheid und wissen welche Aufgaben für die Linke jetzt anstehen.
Dabei fallen zwei Dinge auf. Sie vergessen regelmäßig die Anleitung mitzuliefern, wie eine Handvoll Pfeifen, aus denen die Reste der Traditionslinken besteht, etwas gegen die Freihandelsabzocke ausrichten könnte. Nur um einen Fall zu benennen. Und das hatte nicht mal Priorität in der Aufgabenliste. Dafür stellten engagierte Menschen, die zum größten Teil weder zur organisierten Linken gehörten, geschweige zu den Resten der Dogmatikergruppen und an die sich die Aufrufe der Aufgabenverteiler gar nicht gerichtet hatten, eine Demo auf die Beine, die zur größten Demo wurde, die Frankfurt je gesehen hatte.
Dabei waren diese Kleinbürger, Reformisten, Karrieristen und Revisionisten gar nicht angesprochen, als die Gespenster ihre Aufrufe auf die Menschheit losließen. Die waren echt nicht gemeint, die verbreiten nur reformistische Illusionen und halten die Arbeiterklasse vom Kampf ab. Schließlich richten sich die Aufrufe an die letzen verbliebenen Aufrechten und an die Kommunisten, die sich nicht von der reinen Lehre abbringen ließen und nach wie vor den Kampf gegen Trotzkismus und jede revisionistische Abweichung führen.
Ein netter Versuch. Die letzten Spinner, von deren Existenz man ohne Internet nicht mal wüßte, erhalten den Auftrag den Imperialismus anzugreifen.
Was bei den Aufgabenlisten weiter auffällt, ist das erstarrte Weltbild. Es ist die Konfrontation aus den Achtzigern und in dieser Zeit scheinen sie stehengeblieben zu sein. Ignoriert wird jede Entwicklung seit dieser Zeit und zu den Bedrohungen gegen welche die Linke kämpfen soll, zählt vieles, nicht aber der Islamfundamentalismus. Vieles wogegen sich Menschen wenden, die man erstmal mit Zivilgesellschaft überschreiben könnte, war nie groß Thema auf ihren Listen. Und auch ihre Feinde und Freunde entstammen der Zeit vor 89 als die Welt noch in Ost und West übersichtlich geordnet schien.
Schon dies sollte mißtrauisch machen, bevor man auch nur ansatzweise auf die Idee kommt, sich freiwillig zu melden.
Die Aufgabenlisten erinnern manchen an alte Zeiten, als die Antiimps gegen den US Imperialismus kämpfen wollten. Eine Handvoll Spinner und deren Aufgaben und ihre Gegner konnten nicht groß genug sein. So blieb es dann doch nur beim Fahne abbrennen und sogar das war dann eher die Ausdrucksform der Moslemfundamentalisten, die es längst von der Vietnambewegung geklaut hatten.
Aber nochmal zurück zu unseren Gespenster. Wer die sind? Einige Aufrechte die sonst nichts zu tun haben als ihre Aufrufe in die Welt rauszuhauen, in der absurden Hoffnung, irgendwelche revolutionären Gruppen hätten nur darauf gewartet und brennen darauf die Pläne umzusetzen.

Montag, 23. Januar 2017

LL Demo 2017


Auch 2017 fand wieder die LL Demo in Berlin statt und wurde anschließend im Netz von den diversen Gruppen abgefeiert. Jedes Jahr das gleiche Ritual. Diesmal hingegen machte sich jemand die Mühe, zu zählen und dazu Fotos zu verwenden. Dies führte auf Indymedia zu wütenden Reaktionen bei denen es wieder um die altbekannte Bilddebatte ging. Als wenn Fotos dieser Demo irgendein Problem darstellen würden. Als wenn da nicht schon genug gefilmt und fotographiert würde. Die Debatte auf Indymedia zeigt einfach die Wut der autoritären Linken auf den Kontrollverlust. Daß sie nicht mehr die Macht haben, anderen Vorschriften zu machen bzw. Auf der Demo ihre eigenen Gesetze zu machen.
Ansonsten hat sich wenig verändert. Immer noch die bekannten Gruppen mit ihren anachronistischen Aufzügen, welche die Demo zum kommunistischen Themenpark machen. Hier nun die Reaktionen im Netz.Fangen wir mit der MLPD an.

Heute in Berlin: Die größte Manifestation für den Sozialismus in Europa lebt - jung und voller Siegeszuversicht!

Die MLPD hatte sich vorgenommen, jeden auf der Demo zu erreichen, was sie wahr gemacht hat!

Da fragt man sich, ob sie vor lauter Agitation noch zum demonstrieren kamen?

Mehr als 700 Exemplare des kurz vorher erschienenen aktualisierten Parteiprogramms der MLPD wurden verkauft.

Der Leistungsnachweis darf auch nicht fehlen.


Der Rest des Berichts besteht in der üblichen Propaganda von Siegeszuversicht und Selbstbeweihräucherung.

Von der TAZ dürfen wir etwas mehr Realismus erwarten.

Sonntag war Jahrmarkt in Berlin. Angeboten wurden Ideologien und die Revolution. Um10 Uhr morgens ertönt am Frankfurter Tor eine Kakofonie von Ansprachen, Arbeiterliedern und Anticapitalista-Rufen. Es tummeln sich Stalinisten, Leninisten, Maoisten und Trotzkisten – sogar Anarchisten haben sich hierher verirrt.

Aus einem der Lautis tönt es: „Wir wollen die heutige Demo organisiert gestalten und versuchen in Achterreihen zu marschieren.“ Nur der Block einer militant auftretenden Jugendgruppe hält sich ernsthaft daran.

Keine Disziplin mehr :-)))


An der Gedenkstätte selbst ist die Stimmung andächtig. Aus den vielen Lautsprechern ist Mozarts Requiem zu hören. Die Gruppe „Jugendwiderstand“ stört die Stimmung kurz und ruft: „Alles für Volk, Klasse und Partei. Es lebe Stalin!“

Diese Witzfiguren durften natürlich nicht fehlen.


Berliner Morgenpost


Mit Stalin und Mao durch Berlin

Bei der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration pflegen viele Teilnehmer einen bizarren Kult um kommunistische Gewaltherrscher.

Wer am zweiten Januarwochenende einen Spaziergang durch Ost-Berlin macht, kann den Eindruck gewinnen, eine Zeitreise in die Sechzigerjahre unternommen zu haben. Tausende Menschen ziehen vom Frankfurter Tor zum Friedhof der Sozialisten nach Friedrichsfelde - stets unter den gestrengen Blicken von Lenin, Stalin, Ho-Chi-Minh und Mao.

Neben Transparenten und Schildern mit den Konterfeis der kommunistischen Führer tragen Teilnehmer auch DDR- und FDJ-Fahnen mit sich, und selbst Nordkorea hat regelmäßig einen stolz beflaggten Fanblock. So zogen die Berufsrevolutionäre auf der traditionellen "Luxemburg-Liebknecht-Demonstration" stets durch die Hauptstadt. Nichts deutet darauf hin, dass es in diesem Jahr anders werden wird.

In verschiedenen Blöcken ziehen diverse K-Grüppchen mit Kürzeln wie RSB, MLKP und SOL zu den Gräbern der ermordeten KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, um dort rote Nelken abzulegen

Damit ist auch schon alles gesagt.


Dem Volke dienen

Eine Maoistengruppe mit Webseite.

….Darunter war auch ein Block hauptsächlich jugendlicher Revolutionäre, aus unterschiedlichen Teilen der BRD und Österreich…..

Die Parolen des Blocks waren unter anderen „Die BRD ist nicht unser Staat, alle Macht dem Proletariat!“, „Proletarischer Feminismus für den Kommunismus!“ und „Nur der Griff der Massen zum Gewehr schafft den Sozialismus her!

Da wird noch die proletarische Díchtkunst gepflegt.

Politisch ist es wichtig festzustellen, dass die diesjährige LLL-Demonstration vor allem den Willen zur Einheit zeigte:

- Den Willen zur Einheit auf der Grundlage der Prinzipien des Marxismus und seine Entwicklung unter der Avantgarde der revolutionären Jugendlichen, die sich auf Basis eines korrekten Zweilinienkampfes zu vereinen wissen und theoretisch und praktisch kämpfen für die Rekonstitution der Kommunistischen Partei.

So etwa kannst es in diversen Schriften von 1970 sicher auch nachlesen, wenn man sich die Mühe macht, sie aus diversen Archiven auszugraben.

 
Jugendwiderstand


Auf dem Blog einer Maoistsensekte, die ältere Genossen an die diszipliniert Parolen brüllende KPD/ML der frühen 70er erinnert lesen wir bemerkenswertes an Geschichtsblindheit. Hauptsache man brüllt die ideologisch richtigen Parolen, dann geht der Parteiaufbau wie von selbst. Ihre Fotos sind selbstverständlich mit Pixelface dargestellt. So macht man auf konspirativ und stellt sich als sehr gefährlich dar. Kennt man schon von den ML Parteien.

Wir freuen uns natürlich auch, dass von uns entwickelte Parolen wie „Die BRD ist nicht unser Staat – Alle Macht dem Proletariat!“ zunehmend in Teilen der revolutionären Bewegung aufgegriffen werden. Zusammen mit der wiederaufgegriffenen Parole der KPD/ML „Nur der Griff der Massen zum Gewehr, schafft den Sozialismus her!“ (die sie im Rahmen ihrer ideologischen Degeneration später selbst als „linksabweichlerisch“ verworfen hatte) geben sie der revolutionären Jugend in unserem Land wieder ideologisch scharfe und korrekte Sprechchöre, die den Willen zum Kampf und die endgültige Abkehr von diesem Staat und seinem Parlamentarismus untermauern.

AKAB

Kämpferischer Jahresauftakt bei LLL-Demonstration in Berlin!

Gefolgt von GenossInnen der MLKP und einem Block unter dem Motto „Gedenken heißt Kämpfen“ (Kommunistischer Aufbau, Red Liberation Cottbus, Revolutionärer Jugendbund, Trotz Alledem und Ziel und Kurs Cottbus) hat sich unser Block eingereiht in einen Langen Teil der Demonstration von verschiedenen revolutionären Blöcken.

Ach ja die Blöcke. Sie sind wieder da? Und vor allem die Sprache. Aggressiv, agitativ und irgendwie aus der Zeit gefallen. Egal wie realistisch das ist, oder wie wenig dahintersteckt, es liest sich sehr beeindruckend auf dem Blog. Jedenfalls wenn man ausschließlich solche Seiten besucht.


Indymedia Linksunten


Die TeilnehmerInnen einer linken Demo abfilmen und durchzählen? Einen besseren Beweis auf welcher Seite ihr steht hättet ihr wohlt nicht liefern können, als hier eure Bullenarbeit zu veröffntlichen.

Wer unverpixelte Bilder einer (wie auch immer) linken Demo veröffenlicht oder verlinkt kickt sich selbst ins Abseits.

Gesicht zeigen
Ich weiß, auf einer öffentlichen Demonstration kommt das den Bürgerkindern etwas verwegen vor - aber genau darum geht es eigentlich. Auch wenn einem das nach dem Studium vielleicht bei seiner Karriere im Wege steht.

Dieses Wüten gegen Bilder und das bestehen auf Konspiration ist genau das Kennzeichen linken Sektierertums. Die Wut gegen denen die mal versuchen jenseits der Propaganda die Fakten zu benennen ist genau das stalinistische Erbe an dem der Sozialismus gescheitert ist und dürfte auch genau zu den rückläufigen Zahlen beitragen.

...wenn wir anfangen würden, realistische Teilnehmerzahlen anzugeben, hätten die kommenden Mobilisierungen eine noch schwächere Wirkung. WOLLT IHR DAS?!? Und die bürgerliche Presse würde uns noch weniger beachten. Das kann es doch auch nicht sein. Lieber in größeren Abständen laufen und ordentlich Banner, Fahnen und Rauch/Pyros/Böller verwenden. Das macht Eindruck und vermittelt eine kraftvolle Bewegung.

Faust hoch
‚Das macht Eindruck und vermittelt eine kraftvolle Bewegung.‘

Die es so dann aber gar nicht gibt. Toll. Selbstbetrug vom feinsten. Wie im Osten. "Die Jugend der DDR steht in Wort und Tat überwiegend zur Politik der Partei..." Wie immer, schön an den Realitäten vorbei. Hat ja schon mal so gut funktioniert.

Ich würde das ja als versuchte Manipulation an den Menschen bezeichnen. Was hat das mit Befreiung zu tun?

Reale Zahlen?
Genau so lief das in der DDR oder in der SU. Realistische Zahlen? Wie sollen wir so den Plan erfüllen? Es ist schon seltsam.Auf der Demo hat der Geist der DDR 1:1 überlebt.

Was stimmt bei euch nicht
habt ihr nichts besseres zu tun, als genoss_innen abzufilmen und durch zuzählen? nur damit ihr sagen könnt das bündnis übertreibt? das ist jedem klar und den leuten auch selber.

Genau!
Allen ist klar, dass sie lügen, aber wie könnt ihr es aussprechen?! Warum macht ihr sowas grausames wie Realität?

Typisch, typisch sag ich da! Jawoll ja!

Genau.
Die Realität ist unerträglich und schadet nur unserer Sache. So begann der Sozialismus und so endete er.

Es ist schon verwunderlich, wie viele Personen hier ihren Beissreflex bekommen, wenn die "Szene" mal mit der Realität konfrontiert wird. Man wäre gerne 10000+, aber mit den angereisten K-Gruppen, Ostalgikern und alt-SED-Rentnern sind es dann doch nur 3000..

Die ganzen neu entstehenden roten Gruppen, sei es nun Aufbau, Jugendwiderstand oder was weis ich, ist so in etwa das erfrischenste was ich in den letzten Jahren in der deutschen Linken gesehen habe. Die reissen was……

Der war gut. Die tun wenigstens was. Auch wenn es eher nach linker Cosplay aussieht. Das gleiche haben gefrustete Genossen seinerzeit über die K Gruppen gesagt. Sie wußten was sie für n Mist machen, aber wenigstens tun sie was.Und die folgende Antwort ist durchaus lesenswert.

Peinlich, peinlich!
Vielleicht solltest du die von dir zu Götter mit ewigen Wahrheiten erhobenen alten Herren erstmal lesen und zwar ernsthaft lesen, nicht nur mit religiösem Eifer inhalieren. Dann würde dir so manche Dämlichkeit vielleicht sogar selbst auffallen. Denn deine Götter - das muss man ihnen auf jeden Fall zu gute halten - sahen ihre Theorien nie als allzeitliches Wahrheiten an, sondern als zeitlich und räumlich begrenzt, die sich auch zeitlich und räumlich wieder geändert, angepasst und/oder gegebenenfalls komplett verworfen oder ersetzt werden müssen. Man kann Mao schon förmlich lachen hören, wenn er wüsste das ein paar westliche Kleinbürgerkids seine Theorien zum China der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchen, auf das Deutschland des 21. Jahrhundert anzuwenden um nur mal ein Beispiel heranzuziehen.
Du hälst es also für das "erfrischenste" die selben Fehler der K-Gruppen der 1970er Jahre zu wiederholen? Klar, das bringt die kommunistische Bewegung in Deutschland sicher weiter.... nicht! Naja, wenigstens müsst ihr dank der Diversifizierung und des Mentalitätswandels in weiten Teilen der Arbeiter*innenklasse - im Gegensatz zu euren Vorläufer in den 70ern - weniger fürchten, auf die Fresse zu bekommen, wenn ihr vor den Werkstoren steht und versucht, die Arbeiter*innen zu agitieren. Wobei dass für einen möglichen Lernprozess bei euch sicher von Vorteil wäre, wenn die Arbeiter*innen euch wie in den 70ern behandeln würde. Denn bei den K-Grüpplern führte dies zu der Annahme, dass man zur Agitation der Arbeiter*innenklasse selbst Teil der Arbeiter*innenklasse werden müsse, weswegen man in die Fabriken ging. Dort mussten sie alsbald feststellen, dass ihr Geschafel, mit der Lebensrealität der Arbeiter*innen wenig bis nichts zu tun hatte, woraufhin sie - bis auf ein paar wenige und völlig isolierte Ausnahmen - dem Maoismus/Stalinismus (wonach auch immer sie sich konkret ausgerichtet haben) abgeschworen haben. Übrigens auch einer der Hauptgründe, warum sie kaputtgingen.
Was meinst du überhaupt mit Versuch der Antideutschen? Meinst du die nicht minder peinliche Veranstaltung der Jusos? Tut mir Leid, dass ich dich enttäuschen muss, aber als Kommunist hab ich damit nichts zu tun. Mit der Indymedia-Kommentarspalte habe ich meistens auch nichts am Hut. Aber komisch (und auffällig) dass diejenigen, die hier der Gruppe Cosmonautilus Staatsschutzarbeit vorwerfen, indirekt wollen, dass man seinen politischen Lebenslauf ausbreitet, wenn man nicht zu reinen Internetschwätzern erklärt werden soll. Eigentlich ist bereits die Vorstellung, dass der Staat überhaupt auf besondere Weise gegen euch agitieren müsste, völlig lächerlich. Ein paar gesellschaftlich und auch innerhalb der Linken völlig marginalisierten Kleinstgruppen, die einmal im Jahr zu einer Demo zusammenfinden, die außer ihnen selbst keiner mehr ernst nimmt, und dabei nur eine vierstellige Zahl bilden, also davor muss sich der Staat sicher nicht fürchten.
Ich weiß, die gesellschaftliche Realität ist hart, aber nur weil du sie nicht anerkennen willst, brauchst du keine lächerlichen Phantomjagden auf angebliche Antideutsche machen. Fun-Fact zum Schluss: Für real existierende Antideutsche gelte ich als böser "Antiimp".




Donnerstag, 12. Januar 2017

Oktoberrevolution

Die Oktoberrevolution verändert die Welt. Dies ist der aktuelle Titel der Roten Fahne der MLPD. Doch auch für den Rest der Linken dürfte die Oktoberrevolution dieses Jahr Thema sein. Hundert Jahre, das will gefeiert werden. Wird es sicher. Besonders von dem was von der SU übriggeblieben ist, wenn auch wenig Anlass dazu besteht. Aber auch in Putins Reich ist die Geschichte nicht vergessen. Witzigerweise hat die heutige SU mit der früheren nicht mehr viel zu tun. Aber dazu kommen wir noch.
Die Oktoberrevolution gilt auch hier übergreifend den Linken als der Urknall. Endlich wurde die Theorie real, an die schon Marx nicht mehr geglaubt hatte. Er dachte am Ende, die Zeit der Revolutionen ist vorbei. Und da hatte er nicht so Unrecht. Denn ohne den ersten Weltkrieg hätte es keine erfolgreiche Revolution gegeben. Ist nicht so bekannt. Warum? Die Oktoberrevolution ist seither mit Mythen und Legenden zugestellt so daß die Fakten nur noch mühsam von der Fiktion zu unterscheiden sind.

Und das ist der Punkt. Oder wird es mal wieder dieses Jahr werden. Über die Oktoberrevolution hat noch heute jeder seine eigene Wahrheit.  Und die werden wir im Netz lesen dürfen. Die Dogmatischen und Traditionslinken werden die Oktoberrevolution auf bekannte Art abfeiern. Kritische Auseinandersetzung sollte man weniger erwarten. Diese Gruppen werden grad mal die altbekannten Propagandabilder aus dem Keller holen und das bekannte Bild einer erfolgreichen Revolution und eines erfolgreichen Aufbaus des Sozialismus vorführen. So sieht es die Traditionslinke noch heute gern. Es gibt andere Sichtweisen und Ansichten zum Thema, die von den Dogmatikern gerne verschwiegen werden. Sie passen nicht so ins heroische Selbstbild. Sie stören das Bild der Revolution, an das Linke gerne glauben wollen, je irrealer die Wiederholung in Europa erscheint. Der erste Anlass wird die LL Demo in Berlin, hier versammeln sie sich und können bereits jetzt den Jahrestag abfeiern. Im Oktober bzw. November, da es ja durch den russischen Kalender zu einer Verschiebung kam, darf wirklich abgefeiert werden. Die Frage stellt sich nur, was feiern wir?

Eine Revolution, in der die revolutionäre Theorie materiell wurde? Eben nicht. Gerade die Oktoberrevolution stellte sich etwas anders da als von der Theorie vorgesehen und das war sie ja gar nicht. Im unterentwickelten Russland hätte sie gar nicht stattfinden dürfen. Jedenfalls nach der dogmatischen Lehre. Die Revolution war erfolgreich, weil nach dem Zusammenbruch der Front ein Machtvakuum entstand. Sie war bereits vorbei und der Zar entmachtet, als Lenin putschte und dies Revolution nannte. Und von der revolutionären Partei war vorher auch nicht  so viel zu sehen gewesen. Lenin hatte also nur noch abgeräumt. Trotzdem hat die Oktoberrevolution einiges verändert und setzte einigen Idealismus frei. Der dann freilich hart abgewürgt wurde. Lenin war ja nicht allein beteiligt. Trotzki war auch noch da und genau den werden die verbleibenden Trotzkistengruppen abfeiern und ihn die zustehende Würdigung verschaffen. Da haben sie eine nette Aufgabe gefunden. Sicher wurde Trotzkis Beitrag hinterher verschwiegen und sein Bild im Wortsinne ausradiert und wenn die Trotzkisten nun an seinen Denkmal bauen, dann verschweigen sie gern seinen späteren Beitrag, aus dem sozialistischen Experiment eine autoritäre Parteidiktatur zu machen. Die Diktatur gab es bereits, danach ging es nur darum, wer bekommt den Job. Stalin war eben erfolgreicher und so begann für die Trotzkisten das Unglück ab diesen Zeitpunkt. Für die Marxisten/Leninisten freilich erst mit dem XX. Parteitag. Bleiben noch die Anarchisten, die in ihren Seiten auf Kronstadt verweisen können und auf deren Beitrag zur Revolution. So schafft sich jeder seine eigene Oktoberrevolution.

Doch nun zur Gegenwart. Aus der Oktoberrevolution wurde längst ein Staatsmythos und auf die wird man auch heute nicht verzichten wollen. Das daraus schlußendlich ein autoritär regierter Staat wurde, der derzeit mit Kleinkriegen und Annektion nach Weltmachtgröße strebt und ansonsten mit der alten Ideologie nichts mehr zu tun hat, nun das ist eben der Lauf gescheiterter Versuche das Paradies auf die Erde zu holen.

Für die Dogmatiker ist die Geschichte eine klare Sache. Sie wissen was passiert ist und vor allem, wer schuld ist. Wenn es die Entstalinisierung nicht gegeben hätte! Wenn der Kampf gegen den Revisionismus nur …..! Wenn Lenin nicht ökonomisch zurückgewichen wäre ….! Wenn, wenn, wenn! Sie kennen alle Fehler die gemacht wurden und nur deswegen scheiterte der Sozialismus. Wer den Unsinn glauben will, darf ihre Seiten besuchen und sich das reinpfeifen. Die Realität ist freilich immer etwas schwerer und selten kann man einen Schuldigen herausdeuten.

Nicht die Oktoberrevolution ist das Problem. Eher die praktische Umsetzung ihrer Absichten zu einer Parteidiktatur die das Land nur mit Zwang und Gewalt zusammenhalten konnte. Sowas ist eben nicht von Dauer. Irgendwann verlieren die Menschen den Glauben und vor allem ihre Angst und dann kracht der Laden eben zusammen. Erstaunlich ist eher, daß er siebzig Jahre gehalten hat.

Es zieht sich durch die Geschichte der nach 68er Linke. Die Oktoberrevolution als Projektion und Wunschbild. Und die war über weite Strecken für etliche Linke realer als ihre aktuelle Realität. Mit dem Ende und Niedergang der ML Gruppen und des ML Dogmatismus verschwand die Bedeutung aus dem Alltag und der Diskussion. Dieses Jahr wird sie online abgefeiert werden und eine Anmerkung wäre noch zu machen.

Eine seltene Chance zu beweisen, daß der Sozialismus die bessere Alternative darstellt und machbar ist, wurde vertan. Digitale Denkmäler werden daran wenig ändern.

Montag, 25. Juli 2016

Rückfällig


Zu den bekannten Grundlagen linker Revolutionstheorie gehört unverzichtbar der stetige Kampf gegen jede Form des Revisionismus. Stets ist die erfolgreiche Revolution vom Rückfall in den Kapitalismus und der alten Gesellschaftsordnung bedroht. So wird es in der gängigen Revolutionstheologie regelrecht gepredigt. Die Warnungen vor dem Revisionismus füllen ganze Buchkapitel und keine marxistisch leninistische Partei kommt ohne regelmäßige Mahnungen und Warnungen vor dem Grundübel, ideologisch rückfällig zu werden, aus. Oder anders ausgedrückt, den wahren Weg der revolutionären Partei zu verlassen und dem Pfad der Sünde zu folgen.
Die Wortwahl zeigt ihre Herkunft aus der Theologie und der Zusammenhang ist mehr als auffällig.
So wie die diversen Religionen ihre Schäfchen stets vor der Sünde und dem Verlassen des wahren Glaubens warnen, führt die ML Ideologie diese Tradition fort und hat sie in die Ideologie übernommen. Nur Böse/Sünde wurde gegen Liberalismus, Revisionismus, Reformismus und noch mehr Fehltritte ersetzt. Utopie ist auch darunter und Anarchie? Na das geht mal gar nicht.
Trotzkismus nicht zu vergessen und der hat keineswegs was mit dem Namensgeber zu tun, noch weniger mit den heutigen Trotzkistensekten. Es ist einfach nur eine Sammelbezeichnung für Opposition wie sie bei Stalin angewendet wurde.
Jedenfalls sehen wir, der Kampf gegen alle Strömungen des Denkens hat in der Kirche sein Vorbild. Ist es da der Teufel, der mit seinen Versprechungen die Schäfchen auf Abwege bringen will, die Partei und Revolution ist dementsprechend vom Rückfall in die alte Ordnung und in den Reformismus bedroht. Und daher muß dagegen rund um die Uhr und mit allen Mitteln entschlossen der Kampf geführt werden.
Wird dies vernachlässigt, dann scheitert die Revolution, dann passiert genau das, als 89 der Ostblock zusammenkrachte. Die Kommunisten haben jedenfalls bis heute eine klare Erklärung dafür gefunden, das ein Gesellschaftsmodell zusammenbrach, das mit dem ursprünglichen Gedanken nicht mehr viel zu tun hatte. Ja hätte man nur ….. was bitte?
Für die Dogmatiker waren die Reformen wie Glasnost der Fehler. Also was wäre die Alternative gewesen? Weiter wie gehabt? Gab es. Albanien stemmte sich bis zuletzt dagegen und verzögerte nur den Zusammenbruch, der sich dann umso heftiger entlud.
Oder die chinesische Lösung? Die Partei blieb an der Macht, nur veränderte sich China auch ohne Umsturz. Mao und der Sozialismus sind heute nur noch ideologische Fassade. Aber die Partei hat nach wie vor die Macht und mehr als Machterhalt ist nicht übriggeblieben.
Doch wenn es um den Kampf gegen den Revisionismus geht, gibt es eine weitere Frage, die auf Antwort wartet. Ok, natürlich ist es nicht die Frage, es sind die Menschen die sich mit dem Thema beschäftigen. Die sich noch die Zeit nehmen um sich damit zu befassen, was heute alles andere als selbstverständlich ist.
Wenn die nachrevolutionäre Gesellschaft so instabil ist, daß stets der Rückfall in die alte Ordnung besteht, dann stellt sich schon die Frage, warum.
Warum braucht man eine Parteidiktatur, Zwangssysteme, Geheimpolizei und Zensur um die neue Gesellschaftsordnung zu schützen? Wer wollte denn freiwillig zurück zum Kapitalismus oder ins Feudalsystem, wenn doch der Sozialismus endlich die ersehnte Freiheit gebracht hat. Muß man die neue Gesellschaft mit Stacheldraht, Pressezensur, Schauprozesse und Lager schützen? Vor wem?
Eine Gesellschaft die solche Mittel zu ihrem Erhalt braucht, kann irgendwie nicht so das sein, was den Menschen versprochen wurde.
Die dogmatischen Kommunisten argumentieren, die neue Gesellschaft müsse vor inneren und äußeren Feinden geschützt werden. Betrachte man freilich die Maßnahmen, so richteten sie sich vorwiegend gegen die eigene Bevölkerung und gegen die einfachen Menschen und trafen keineswegs die entmachteten Vertreter der alten Ordnung. Sie richteten sich gegen die Arbeiter und Bauern selbst. Also gegen die Zielgruppe, die angeblich nun die Macht hat, oder in deren Sinn das alles sein soll.
So wie in diversen Glaubenssystemen auch stets die Säuberungen wüteten, da es stets Fanatiker gibt, die der Ansicht sind, das Reich Gottes könne erst anbrechen, wenn alle Störer, Ketzer und Abweichler beseitigt sind, scheint sich im Kommunismus dieses Prinzip fortzusetzen. Das Arbeiter und Bauernparadies kann erst real werden, wenn alle Klassenfeinde beseitigt sind. Und diese Exzesse begleiten die Geschichte des Kommunismus bis zum Extremfall Kambodscha.
PS: Schaut man sich den ideologischen Kampf gegen den Revisionismus genauer an, so stellt man fest, es geht gar nicht darum. Es ist die ideologische Fassade für Machtkämpfe wie sie stets nach Revolutionen ausbrechen. Etwa in der Art, wer bekommt den Weinkeller!