Freitag, 28. Dezember 2012

Briefmarkenwelt

Soll das witzig sein? Nun etwas Hintergrund muß 
ich hier schon voraussetzen. Humor für KP 
und Zonenfans.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Briefmarkenentwurf

Dieser Entwurf  wurde vom Komitee für Gestaltung 
abgelehnt. Shego stellt nicht gerade ein gutes Vorbild 
für sozialistische Arbeitsmoral dar. *sfg*

Mittwoch, 26. Dezember 2012

DDR Stichwort

Humor nach dem 21.12.2012
Zionismus

Internationale chauvinistische Ideologie und rassistische expansionistische und politische Praxis der jüdischen Bourgeoisie. Die Anfänge des Zionismus reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück; der Begriff ist vom Namen "Zion" abgeleitet, mit dem sich in der jüdischen Diaspora unter Andersgläubigen lebende konfessionelle Minderheit) als kleinbürgerliche Reaktion auf den Antisemitismus Zukunfts und Erlösungserwartungen verknüpften.
Der Wiener Journalist Herzl (1860 - 1904) entwickelte den Zionismus zum politischen Programm. Die vom Zionismus entwickelte reaktionäre Konzeption von der jüdischen Gemeinschaft sollte das jüdische Proletariat vom Klassenkampf ablenken, indem es die Klassenfrage ignorierte und die Lösung der sogenannten Judenfrage in der Schaffung eines jüdischen Nationalstaates auf dem arabischen Boden Palästinas sah. Mit der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 wurde der Zionismus zur Staatsdoktrin erhoben. Israel ist das Zentrum der ideelen und politischen Einwirkungen auf die jüdischen Bürger in Israel und in anderen Ländern der Welt im Sinne von Nationalchauvinismus und Antikommunismus. Der Hauptstoß des Zionismus richtet sich gegen die arabische nationale Befreiungsbewegung, ihre antiimperialistisch - demokratische Profilierung und ihr Bündnis mit der sozialistischen Staatengemeinschaft. Die aggressive und expansive Politik Israels führte, unterstützt von imperialistischen Staaten, insbesondere den USA, zu den militärischen Auseinandersetzungen im arabischen Raum, zur Entwicklung des Nahostkonflikts. 1975 wurde der Zionismus in einer Resolution der UNO - Vollversammlung als eine Form des Rassismus und der rassistischen Diskriminierung verurteilt.
Lexikon für Zeitungsleser
Diez Verlag 1983

Hier haben wir die offizielle Haltung der DDR zu Israel zusammengefasst. Das Buch ist zwar von 83 und damit nicht mehr ganz so aktuell, zudem es auch keine DDR mehr gibt, doch genau diese politische Einstellung hat innerhalb der Linken die DDR überlebt und es bis in die Html - Welt geschafft.
Es scheint, der Hass ist unter etlichen Linken sogar noch gewachsen. Futterneid eben. Israel ist immer noch da und hat sogar eine Mauer. Möglicherweise ist sie nicht ganz so ästhetisch geraten wie die Berliner Mauer und (8ung Ironie) als antifaschistischen Schutzwall wird sie gemeinhin nicht bezeichnet.
Hier geht es also um Kritik des Zionismus als kleinbürgerliche Ideologie, was auch sonst? Damit sollte das jüdische Proletariat (sic) also vom Klassenkampf abgelenkt werden. Dieses vom Klassenkampf ablenken, zieht sich durch die Geschichte des kommunistischen Dogmatismus. Überall wo gesellschaftliche Konflikte etwas zu komplex verlaufen, sich die Fronten nicht so klar abzeichnen und es mal nicht um den Hauptwiderspruch geht, kann es sich nur um die Ablenkung vom Klassenkampf handeln. Zumeist dann, wenn sich jemand um Lösungen bemüht, die nicht nach der Formel verlaufen, der Kapitalismus muß weg, dann wird alles gut.
"....kleinbürgerliche Reaktion auf den Antisemitismus Zukunfts und Erlösungserwartungen verknüpften."
Das ausgerechnet von Kommunisten? Als wenn der Kommunismus jemals aus etwas anderem als Zukunfts und Erlösungserwartungen bestanden hätte.
"....und die Lösung der sogenannten Judenfrage in der Schaffung eines jüdischen Nationalstaates auf dem arabischen Boden Palästinas sah."
Arabischen Boden Palästinas? Wieso arabischer Boden? Eher lange Zeit osmanischer Boden, danach britischer Mandatsboden. Das mit dem Boden, na die DDR hatte es gerade nötig, zumal sich DDR und BRD gegenseitig den Boden, bzw. die staatliche Legitimation streitig machten. Und dann noch Lösung der Judenfrage? Der Satz wurde 83 gedruckt. Etwas geschichtsvergessen? Ausgerechnet in der DDR?
"Die aggressive und expansive Politik Israels führte, unterstützt von imperialistischen Staaten, insbesondere den USA, zu den militärischen Auseinandersetzungen im arabischen Raum, zur Entwicklung des Nahostkonflikts."
Klar, was auch sonst? Schon in der DDR wußte jeder, wer für den Mist verantwortlich ist und bis heute wissen es alle die den ideologischen Nachlass der DDR verwalten. Das sie dabei auch für ein reaktionäres islamfaschistoides Pack Partei ergreifen, das scheint dogmatische Linke nicht weiter zu stören. Hass macht eben blind. Solange, bis Linken dann wirklich die Augen verbunden werden, wenn sie an der Wand stehen.


Dazu auch: 
Linksgerichteter Antizionismus

Linksextremisten berufen sich bei ihrer Ablehnung Israels unter anderem auf das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser, dem sie gegenüber dem Staat Israel den Vorrang zubilligen, und auf antizionistische oder antiimperialistische Positionen.

Nach Lars Rensmann wurde das Existenzrecht Israels von 1967 bis Ende der 1980er Jahre „vor allem von Vertretern der radikalen Linken bestritten“. Die „Infragestellung des israelischen Staates, „Antizionismus“ und die kategoriale Ablehnung und Negativbesetzung des Begriffs „Zionismus“ als „Rassismus“, „Imperialismus“ [und] „Faschismus“ seien in der Neuen und extremen Linken „weitgehend hegemonial“ gewesen und eine kritische Reflexion dieser Standpunkte erst ab den 1980er Jahren erfolgt.

Viele Anhänger linker Gruppierungen verstehen sich als Antizionisten. In Reaktion auf Antisemitismus-Vorwürfe betonen sie häufig die Unterscheidung von Judenfeindlichkeit und Israelfeindlichkeit. Kritisiert wird das Streben des Zionismus nach einem Nationalstaat unter Nichtberücksichtigung der arabischen Bevölkerung, die auf Teilgebieten des neuen Staates lebt oder gelebt hat. Daher stellen sie Israels Existenzrecht häufig in Relation zum „Völkerrecht der Palästinenser“.
Manche Antizionisten ordnen den Befreiungskampf der Palästinenser in ihr Weltbild vom Kampf des Proletariats gegen den „herrschenden Kapitalismus“ ein. Viele linke wie rechte Antizionisten sehen Israel als Außenposten der USA und als Hauptaggressor im Nahost-Konflikt.


Hauptartikel
Existenrecht Israels 

Dienstag, 25. Dezember 2012

Unbesiegbares Vietnam

Und so sehen also die Witze nach dem Weltuntergang aus?

Montag, 24. Dezember 2012

Briefmarkenwelt


Sonntag, 23. Dezember 2012

Denkmalspflege

Da das alte Standbild gegen ein Doppelstandbild ersetzt 
wurde, ist auch hier eine aktuelle Version fällig. 
So könnt es aussehen, wenn es mit der Weltherrschaft doch 
noch klappt. Ok, das ist ein Insiderwitz für KP Fans.

Briefmarkenanimation

Zu DDR Zeiten gab es noch keine bewegten Briefmarken, 
denn auf Papier funzt das ja nicht so gut. Dafür hier um 
so besser. Dummerweise gibt es zwar keine DDR mehr, 
dafür hinterließ sie uns ihre Briefmarken. Wie macht man 
sowas? Was sich bewegen soll, muß (hier 3 Frames) dreimal 
in die gleiche Briefmarkengraphik eingefügt werden. Abspeichern 
und daraus wie gehabt die Animation erstellen.
25 Jahre DDR? Darauf feilt sich Shego die Fingernägel.


Donnerstag, 20. Dezember 2012

Briefmarkenpathos 4 free.

Achtung, letzter Witz vor dem 21.12.2012

Briefmarkengestaltung

5, 4, 3, 2, 1, 0  
Bitte lachen sie jetzt.

XXV Parteitag der SED

Another world is possible. Die Hoffnung sollte man nicht 
aufgeben und wer wäre als Hoffnungsträgerin besser 
geeignet als Kim Possible? Na passt doch.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Kopfbanner

Sicher, das Kopfbanner zu bearbeiten daran haben schon einige 
ihren Stift gewetzt. Hier wurden nun Kim und Shego 
in die Ahnenreihe aufgenommen.

Zugegeben, das ist sicher nicht der Humorgipfel, doch es 
gibt auch heute noch Gläubige, die sich über die 
Entweihung ihrer Heiligtümer ärgern.
Siehe auch:
Graffitisatire
Autonomie is Possible
StreetARTig

Standbild

Ewiger Rum ähm Ruhm der großen 
Vorsitzenden Kim Il Possible.

Freitag, 14. Dezember 2012

Kim Wolgograd

Das Original auf dem Manajew Hügel ist zugegebenermaßen 
nicht nur etwas monumental geraten, was dem Hintergrund, der 
Schlacht von Stalingrad zwar durchaus angemessen ist, die 
Dame ist zudem etwas stämmig geraten. Und wie macht sich 
Kim Possible als Mutter Heimat? Doch recht nett auf 
Briefmarke. ;-)))

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Kim il Possible

Zumindest der Name passt doch. Kim Possible macht sich in 
Pjöngjang als Großmonument auf dem Mansu Hügel auch etwas 
netter als das derzeitige Bronzedepot.

Alternatives Briefmarkendesign

Just 4 fun. Wozu hat man seine Graphikprogramme? Sicher, nicht 
jeder kann über sowas grinsen. Ok, viele nehmen das Leben, die 
Politik und den ganzen Rest etwas zu ernst. Selber blöd.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Kopfbanner

Das Kopfbanner des Marxismus Leninismus etwas ergänzt. 
Und das soll witzig sein? Sicher nicht ganz so originell, 
dafür in dieser Ausführung schon.

Montag, 10. Dezember 2012

Sozialistisches Briefmarkendesign

20 bzw. 30 Jahre Kampfgruppen der Arbeiterklasse zur Verteidigung der Erungenschaften des Sozialismus. Keine Frage, dies mit einen Briefmarkenblock zu würdigen war durchaus angemessen. Die DDR gegen Angriffe jenseits des Antifaschistischen Schutzwalls zu verteidigen hat ja auch all die Jahre funktioniert, sie gegen den inneren Zerfall zu schützen, erwies sich freilich als mission impossible. Doch was hat Kim Possible auf DDR Briefmarken zu suchen?
Tief in den Abwasserkanälen des Internets gibt es sicher einen Grund dafür.

Wer mich verklagen will, press here. ,,I,

Was macht Shego auf der DDR Briefmarke zum 25. Jahrestag der DDR? Nun wie zu sehen, löst sie gerade das Kreuzworträtzel im Neuen Deutschland, nachdem sie Kimmi wieder mal einige Tritte verpasst hat. *sfg* 
Etwa von der Sorte, aufmerksame Mitbürger der DDR mit fünf Buchstaben (STASI) oder imperialistische Agentin aus Middleton mit zwei Buchstaben (KP). 
Pics c - free

Samstag, 17. November 2012

Politzeichen

Hammer & Sichel mit Drops, na das passt doch. Was da tropft 
ist nur rote Farbe, dafür mehr als naheliegend. Das hatte 
die Antifa Ost sicher nicht beabsichtigt. Eigene Dummheit, wer 
sich das Zeichen zu eigen macht, sollte wissen, wie viel Blut 
dran klebt. Das ist der Punkt, zu der ganzen Geschichte zu 
stehen, für die dieses Zeichen auch steht. In wie weit Hammer 
und Sichel noch für Emanzipation stehen, ist eh eine Geschichte für 
sich, zeitweilig taugte es ja zur Provokation, doch das ist schon 
eine ältere Geschichte. Mit dem Niedergang der organisierten 
Kommigruppen verschwand  dieses Zeichen aus der linken 
Bewegung und aus den Köpfen. Ab und an taucht es wieder 
mal an den Wänden auf, nun einige Irrläufer finden sich immer.

Freitag, 16. November 2012

Mission Gaza

Kim Possible auf Agentenmission im Gaza Streifen und 
unauffällig gewandet. *sfg* Im Hamasgebiet muß auch 
Kim Possible Kompromisse machen. Wird es 
ihr so gelingen, die Raketenstellungen der Hamas 
unschädlich zu machen? Da vertrauen wir auf ihre 
Erfahrung in Sachen Weltrettung, müssen wir ja.
Schließlich ist die Hamas nicht gerade als besonders 
humorvoll bekannt.

Mittwoch, 14. November 2012

Mission Kim Possible

Kim Possible im Reich des Bösen. ;-)))) Passt doch, 
ausgerechnet Kim Possible aus dem kapitalistischen 
Middleton im Dienst des kapitalistischen Disney 
auf Agentenmission im letzten Kommistaat?
 Just for fun und das hier ist Satire und Kunst.  ,,I, 
Graphik C- free

Kim Possible auf ihrer härtesten Mission, na klar, in 
Nord Korea. Schafft sie es die Atomrüsung zu stoppen? 
Hier wird sie voll gefordert, die verstehen schließlich keinen 
Spaß wenn es um Comicagenten geht. Wünschen wir ihr 
jedenfalls viel Glück, sie wird s brauchen. ;-)))
Graphik C -free

Montag, 5. November 2012

KPD/ML Ost

Das Internet macht es möglich. Nichts ist zu bescheuert um nicht doch online der Netzwelt vorgestellt zu werden. So auch die alte Geschichte des Ablegers der KPD/ML in der DDR von 1975. Dazu meldet sich Genosse Eggers persönlich zu Wort und das liest sich so.

Es lebe der 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML !
Wolfgang Eggers
Vorsitzender der KPD/ML

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freunde der KPD/ML,

hier spricht nicht irgendjemand über die Sektion DDR der KPD/ML, sondern wir von der KPD/ML selbst ! Es ist längst überfällig und höchste Zeit, das ehrenvolle Banner der Sektion DDR unserer Partei höher zu halten, es zu ehren und nicht aus unserer Hand zu geben.

Zum 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML möchte ich euch alle herzlich grüßen. Vor allem grüße ich die Genossen und Freunde der ehemaligen DDR-Sektion unserer Partei !
Wir gedenken aller Genossinnen und Genossen, die in der DDR für den wahren Kommunismus, für eine wirklich marxistisch-leninistische, bolschewistische Partei, für die sozialistische Revolution, für die Diktatur des Proletariats gekämpft haben, dabei ihr Leben gelassen haben, dafür bestraft, verfolgt, eingekerkert, gefoltert und unterdrückt worden sind. Wir gedenken auch der Angehörigen und Freunde dieser tapferen Genossinnen und Genossen und werden niemals vergessen, was für Sorgen und Leid sie haben durchmachen müssen, was man ihnen und unseren Genossen alles angetan hat. Ja, wir sind auch nach 30 Jahren noch sehr stolz auf euch, auch auf diejenigen, die nicht mehr unter uns weilen !

Wir gedenken zweckmäßigerweise der Idealisten, oder sollten wir besser sagen, der Idioten, die sich für diesen Unfug vom KPD/ML Ableger in der DDR verheizen ließen. Noch heute kann man sich die Frage stellen, was sich diese Genossen dabei eigentlich gedacht haben? Die Geschichte des Kommunismus sollte ihnen doch halbwegs vertraut gewesen sein und daraus hätten sie eindeutig schlußfolgern können, was sie von der DDR zu erwarten haben. Als Abweichler, die die SED auf der Basis der Ideologie des Marxismus Leninismus angreifen,  müßte ihnen klar gewesen sein, das sie die volle Vernichtungswut der SED treffen wird. Wenn nicht, dann waren sie naiv bis zum Anschlag. Zumal die KPD/ML stetig was vom Sozialfaschismus fabulierte, nun was erwartet ihr vom Sozialfaschismus? Unterstützt von der West KPD/ML, die in der BRD leicht reden hatte, diente diese Sektionsgründung einzig allein der Propaganda. Bekanntlich gelang es der Stasi, den Verein zu unterwandern und dann wanderten die Genossen für lange Jahre in die Knäste. Man fragt sich wofür? Sicher, Eggers versucht noch heute dieser Aktion einen Sinn zu verleihen, die Opfer der Genossen könnne doch nicht vergebens gewesen sein.

Aber man darf schon die Frage stellen, was das alles gebracht hat? Wofür haben die Genossen gesessen und was hat es bewirkt. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Es war nicht mehr als eine skurrile Randnotiz der Geschichte. Mit den folgenden Veränderungen in der DDR und dem Mauerfall hatten sie absolut nichts zu tun und absolut keinen Einfluß auf die weiteren Vorgänge in der DDR.  Von solcher Betrachtung ist der KPD/ML Überrest weit entfernt. Sie überschätzen diese verantwortungslose Aktion noch heute bis ins Irreale. Schwer zu glauben? Hier stehts.

   
Wir sind stolz auf alle Genossen und Genossinnen, auf alle Freunde, die das Ehrenbanner der Sektion DDR unserer Partei bis auf den heutigen Tag trotz aller Niederlagen und Rückschläge hochgehalten haben und sich nicht haben entmutigen lassen, ihren begonnenen Kampf konsequent und kompromisslos fortzusetzen und dabei keine Opfer zu scheuen ! Unser aller gemeinsamer Kampf für den Kommunismus bleibt unvergessen und soll nicht umsonst gewesen sein ! Wir geloben, im Sinne der Genossen der ehemaligen DDR den Kampf für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland unbeirrbar fortzusetzen und in Deutschland weiter für die sozialistische Revolution zu kämpfen. Wir Genossinnen und Genossen der KPD/ML wissen: Die Revolution in Deutschland ist eine sehr ernste Angelegenheit, und wenn die KPD/ML sie einmal in Angriff genommen hat, muss sie sie auch zu Ende führen. Was eure Generation fortgesetzt hat, werden nachfolgende Generationen zu Ende führen - der Sozialismus in Deutschland wird siegen !

Das Pathos überlebt alle Irrtümer. Die Genossen die mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sind, stellen heute kaum mehr als eine Randerscheinung in den neuen Bundesländern dar. Kaum jemand interessiert sich wofür sie gesessen haben und wenn, dann dürfte dies vor allem bei jüngeren Menschen eher Unverständnis auslösen. Wär sicher zuviel verlangt, von den Beteiligten eine kritische Aufarbeitung zu verlangen. Sorry, wir haben euch für bedeutungslose Propaganda verheizt, damit konnten wir im Konkurrenzkampf mit den anderen Vereinen punkten und dafür habt ihr sinnlos im Bau gesessen. Die Schlagzeilen im Roten Morgen waren uns wichtiger als die realen Menschen, sorry auch. Ne, auf solche Zeilen kannste lange warten.
Dafür dürfen wir dieses lesen.


Wir vergessen auch nicht unsere Klassenfeinde ! Wir sind noch lange nicht fertig mit euch Sozialfaschisten der DDR !! Noch lauft ihr frei herum, also ohne jemals für eure Verbrechen am Volk, an der Arbeiterklasse und an unserer KPD/ML zur Rechenschaft gezogen und bestraft worden zu sein. Deswegen werden wir euch nicht auf die Nasen binden, was wir über euch wissen und was nicht. 

 
Die letzten Genossen der KPD/ML ham noch ne Rechnung mit der Stasi offen? Na dann beeilt euch etwas, sonst könnte die Abrechnung im Altersheim stattfinden

 
Wir versichern euch: wir werden uns niemals mit dem geschehenen Unrecht an unseren DDR-Genossen, mit euren Verbrechen gegen sie, abfinden. Wir werden den von unseren KPD/ML Genossen der DDR begonnenen Weg unbeirrbar fortsetzen und so lange kämpfen, bis auch der letzte Überrest des Sozialfaschismus, bis der letzte Sozialfaschist für immer von deutschem Boden hinweggefegt ist.

 
Das artet ja echt in einen Schattenkrieg aus, so wild auf die Abrechnung ist nicht einmal die westdeutsche Justiz, die hat die DDR Geschichte weitgehend zu den Akten gelegt und die Aufarbeitung den Medien überlassen.
 


Die Verbrechen gegen den Versuch, den ersten Sozialismus auf deutschem Boden aufzubauen, werden wir niemals vergessen – auch nicht 30 Jahre nach der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML !!! Diejenigen, die unsere DDR-Sektion zerschlagen haben, die Spitzel und Agenten des Stasi – sie werden dafür noch büßen ! Wir sind euch auf den Fersen, wir finden euch, wir demaskieren euch, wir zerren euch und jedes eurer Verbrechen an unseren Genossen und an unserer Partei ans Tageslicht. Ihr werdet unserer gerechten Strafe nicht entgehen ! Ihr habt vergeblich versucht, uns Angst einzujagen, doch in Wirklichkeit haben WIR EUCH erschreckt !
 
Alte Säcke die nichts zu melden haben, drohen alten Säcken, die auch nichts mehr zu melden haben. Könnt ihr das nicht am Rentnerstammtisch abhandeln? Könnte es sein, das die Welt heute etwas andere Probleme hat? Frag ja nur. Die Geschichte ist über diese Randnotiz bekanntlich recht achtlos hinweggegangen und ohne Internet wäre kaum eine Info darüber aufzufinden. Zum Glück gibt es Wiki, in keinen gedruckten Lexikon würde diese Sorry sonst erscheinen.
Dafür sollte man diese Story einfach mal im historischen Rahmen zurechtrücken, auf das was sie wirklich war. Eine Meldung, kein weltbewegendes Ereignis.
Doch es gibt noch mehr Unsinn zu lesen.

 
Die Sektion DDR der KPD/ML verteidigte das ruhmreiche Erbe der Thälmannschen KPD in der DDR. Sie war die entscheidende Kraft, die den Marxismus-Leninismus in der DDR in die Arbeiterklasse und unter die Massen trug und den ideologischen Kampf gegen den modernen Revisionismus in der DDR auf prinzipienfester Grundlage anführte. Die Sektion DDR der KPD/ML war ein Dorn im Fleisch – wie es die DDR-Genossen selber ausdrückten. Diese albanientreue deutsche Speerspitze des Weltsozialismus fügte dem verräterischen Honecker-Regime Wunden zu, von denen es sich nicht mehr erholen sollte. An der Entwicklung der anti-sozialfaschistischen Revolution in der DDR 1989/90 hatte der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML entscheidenden Anteil.

 
Der kleine hoffnungslose Haufen, größtenteils im DDR Knast, was noch frei rumlief, war größtenteils Stasi, wie diese irgendeinen Einfluß auf die DDR Opposition plus Montagsdemos gehabt haben könnten, nun dazu gehört sehr viel Optimismus oder Realitätsverlust. In der Tat, der gesamte Schrieb besteht nur aus Realitätsverlust. Man könnt auch meinen, er entstammt einer Parallelwelt. Eggers scheint in solch einer zu leben, anders ist so ein Schrieb nicht zu erklären.


Der Arbeiterklasse in der DDR den Weg zur sozialistischen Revolution zu weisen, das ist ihr historisches Verdienst, das ihr keiner jemals wieder wegnehmen oder streitig machen kann. Sie hat alles getan, die sozialistische Revolution in der DDR vorzubereiten, das heißt, das Eindringen des westdeutschen Imperialismus zu verhindern, den Einfluss des sowjetischen Sozialimperialismus zu kappen und den Weg frei zu machen für die Diktatur des Proletariats in der DDR, für den proletarischen und gegen den bürgerlichen Sozialismus in der DDR, für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland.

 
89 war von der KPD/ML der BRD nur noch der harte Kern bzw. Der Doofe Rest übrig. Jene, die den Absprung nicht geschafft hatten und immer noch glaubten, diese Sekte hätte eine Zukunft. In der DDR war von dem Albanienableger auch nicht mehr viel übrig, bzw. die kamen allenfalls durch die Wende vorzeitig aus dem Knast raus. Wer von denen bitte hätte da was verhindern können? Gelang nicht mal der TAZ, obwohl die eine der ersten Blätter vor Ort war. Bekanntlich gab es in der DDR Opposition nicht wenige, die zu einer neuen DDR bereit gewesen wären. Neuer Versuch, DDR mit menschlichen Gesicht oder sowas. Nur mit einer eindeutigen Wahl entzog die Mehrheit der Bevölkerung ihnen das Mandat und wählte die DM und Vereinigung. Auch die Westlinken hatten da nichts zu melden, ebensowenig die sich gerade gründenden Ostlinken, vom Ostautonomen bis zum Ostgrünen.

 
Wenn eines Tages die Fahne der KPD/ML über Deutschland weht, dann haben wir dies nicht zuletzt unseren Genossen der Sektion DDR zu verdanken. In der Geschichte des Kommunismus in Deutschland hat die Sektion DDR unserer Partei ihren festen Ehrenplatz. Und die KPD/ML ist heute mehr denn je stolz darauf, diesen Ehrenplatz für immer hoch zu halten und zu verteidigen.

 
Der ist echt gut. Eines fernen Tages weht die Fahne einer Parteisekte über Deutschland und Genosse Eggers ist dann der große weise Vorsitzende? Sorry, das müßtest erst mit dem weisen Vorsitzenden der MLPD abklären, der sicher auch noch Ansprüche anmeldet, ganz zu schweigen von den diversen Führern der diversen KPD/MLs und Internetsekten, die sich sicher nicht mit der Fahne der KPD/ML abfinden würden und ebenfalls auf ihre eigenen historischen Verdienste verweisen dürften. Es bleibt zu hoffen, das dieser Tag noch fern ist, denn es dürfte auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen.


Siehe auch: 
Altstalinisten vs. Poststalinisten – KPD/ML in der DDR

"Anfang 1981 werden acht Mitglieder verhaftet. Die noch existierenden Zellen bestehen entweder aus „Inoffiziellen Mitarbeitern“ der Staatssicherheit oder sie werden von diesen beobachtet. ..... Verurteilt zu acht Jahren Freiheitsentzug wegen „staatsfeindlicher Hetze“ kommen die beiden führenden Mitglieder erst nach 5 1/2 Jahren frei. Auf eigenen Wunsch werden sie in den Westen abgeschoben.
 
Der Einfluss der „Sektion DDR“ auf die Bevölkerung war eher marginal. Trotzdem wurde die KPD/ML als Systembedrohung durch die SED gesehen, verstanden sich doch beide als „wahre“ Interessenvertretung der „Arbeiterklasse“. Diese Auseinandersetzung ähnelte daher den „Säuberungsaktionen“ aller kommunistischen Parteien Europas zur Konsolidierung ihrer Macht. Im Gegensatz zu anderen oppositionellen Gruppen bestimmte in der KPD/ML nicht Meinungsvielfalt sondern Parteidisziplin die Diskussion. Dementsprechend gab es kaum Kontakte zu anderen Gruppen. Die Zentrale befürchtet wohl auch ein ideologisches Aufweichen der DDR-Zellen.
So widersprüchlich und grotesk die Auseinandersetzung erscheinen mag, für manchen Akteur der „Sektion DDR“ war sein Engagement mit Repressionen und jahrelanger Haft verbunden."

Montag, 29. Oktober 2012

Netzwächter

Wer Facebook nutzt, oder sich von Facebook benutzen läßt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere.

Nadir, eines der älteren linken Webprojekte meldet sich zu Wort und warnt die Gemeinde. Linke haben in sozialen Netzwerken nichts zu suchen?

Seit Jahren betreiben wir Server und Kommunikationsdienste für linke Gruppen, geben wir uns alle Mühe, die Server sicher zu halten, wehren wir - mit unterschiedlichen Mitteln - Anfragen von Behörden zu irgendwelchen Daten ab. Kurz: Wir versuchen im kapitalistischen Internet eine emanzipatorische Basis der Kommunikation zu bieten.

Und wie schaut der Dank aus? Das Pack strömt zu den Kommerzportalen und gibt seine Daten preis. Da kann man schon mal verschnupft reagieren, wenn auch zu unrecht. Denn warum nutzen auch Linke die gängigen Angebote? Offenbar bieten diese, was Linke Seiten ihnen nicht bieten können.

Wir hatten einfach nicht verstanden, dass es nach all dem Stress auf der Straße und den langen Gruppendiskussionen der Wunsch vieler Aktivist_innen ist, auf Facebook in Ruhe über alles, was erlebt wurde, mit allen zu quatschen.

In der Tat, das habt ihr echt nicht verstanden. Das Bedürfnis der Leut, überhaupt mal drüber zu reden. Die notorisch linke Sprachlosigkeit zu durchbrechen, das Gefühl loszuwerden, das ihnen eh niemand zuhört und sie nur Statisten sind. Zieht sich durch die linke Geschichte, ist nicht gerade neu. Neu ist, das es mit dem Internet eine Technik gibt, in der man sich äußern kann. Im Gegensatz zu den meisten linken Seiten, die genauso interaktiv funktionieren wie ein gedrucktes Szenefanzine. Man darf lesen und die Klappe halten.

Um einmal kurz zu skizzieren, was das Problem ist: Mit der Benutzung von Facebook machen Linke nicht nur ihre eigene Kommunikation, Meinung, "Likes" usw. transparent und prozessierbar. Sondern,und dies halten wir für weit folgenreicher, es werden linke Strukturen und Einzelpersonen, die selbst mit Facebook wenig oder gar nichts zu tun haben, aufgedeckt.

Man muß eben den Mittelweg zwischen Paranoia und politischer Arbeit finden. Sonst sollte man konsequenterweise gleich die Finger vom Netz lassen und wie damals in der Politsteinzeit arbeiten. Plakate und Flugis haben doch auch funktioniert. Klar haben sie, nur irgend n Depp mußte sie drucken, verteilen und Geld kostete es auch. Als wenn es seinerzeit keine polizeibekannten Linken gegeben hätte. Zum zweitenmal bei ner Demo verhaftet? Da brauchte die Polizei weder Rechner noch Facebook.

Linke Facebooknutzer_innen als unbezahlte V-Leute?
Wir hatten immer gedacht, es geht der Linken um etwas anderes: Die Kämpfe auch im Internet weiterzuführen. Und darum, das Internet für die politischen Kämpfe zu nutzen.

Da treffen wir auf unterschiedliche Welten. Die Kämpfe im Internet weiterzuführen, bedeutet für einen Teil der Linken (besonders den traditionellen) nicht mehr, als das Netz als Propagandaplattform zu nutzen. Für mehr sollte es nicht genutzt werden, besonders von Linken nicht. Ob auf Papier oder am Screen, Linke sollen die Aufrufe und Verlautbarungen lesen und ihre Klappe halten. Auf keinen Fall sollten sie sich selbst zu Wort melden oder eigenhändig Inhalte produzieren, schon gar nicht erst Bilder von Demos einstellen. Das ist zu gefährlich, dabei geben sie ja bekannt, das sie Linke oder noch schlimmer, autonome bzw. militante Linke sind. Soll doch niemand wissen. Als wenn jemand auf Indy bekanntgegeben hätte, welche Scheiben er gerade bei der Demo persönlich auf dem Gewissen hat. Also so blöd war bislang noch niemand. Doch warum gehen Linke auf Kommerzseiten? Um mal so aus ihren Sumpf rauszukommen? Um auch mal mit "normalen" Menschen zu reden? Oder auch nur weil sie da etwas geboten bekommen, was die Linken ihnen nicht bieten können?

Und besonders Linke auf Facebook produzieren (meist ohne zu ahnen, was sie tun) wertvolles Wissen, auf das Verfolgungsbehörden in zunehmendem Maße zurückgreifen.

Paranoia muß nicht heißen, das sie nicht hinter dir her sind. Aber mach den Leuten erstmal ordentlich Angst. So sind Linke nun mal, anders kennt man ihre Texte auch nicht. Immer übertreiben und das Schlimmste annehmen. Sonst hat der Schrieb keine Wirkung auf den Leser. Meine Fresse, wenn ich daran denke, wie viele von der RAF erwischt wurden ( Ja ich bin mir bewußt, das genau diese drei Buchstaben in jeder Suchmaschine fett markiert auftauchen können, und?), auch weil sie sich dumm genug anstellten. Nicht zu vergessen, die Verfolgung diverser "Unterstützer einer Kriminellen Vereinigung" die nichts weiter taten, als Plakate kleben und Flyer drucken. Webseiten hatten die nicht und Maillisten waren auch unbekannt.
Dabei konnten die Behörden weder auf Facebook, noch auch Google zurückgreifen, nicht mal auf GMX, all das gab es ja noch nicht. Allenfalls auf ihre (8ung Witz) mit Lochstreifen (klick auf Wiki, falls du nicht mehr weißt, was Lochstreifen sind) arbeitenden Rechenmaschinen.
Sicher, heute geht es um einiges leichter. Aber nur dann, wenn die Leute zuviel rausrücken. Doch was ist zu viel? Sind Diskussionen bereits 2 much? Für autoritäre Parteien und Sekten ganz sicher, denn die wollen auch elektronisch die Kontrolle über die Hammelherde behalten. Wenn überhaupt, dann soll das Pack sich allenfalls in unserem von uns zensierten Forum zu Wort melden, auf keinen Fall einen Blog bei einen der kapitalistischen Anbieter führen oder eine Webseite, wo sie weitgehend machen können was sie wollen. Das können wir nicht dulden, dann verlieren wir ja die Kontrolle, wenn da plötzlich verbotene Ansichten vertreten werden. Wer hat das noch nicht erlebt? Auf linken Seiten werden schnell abweichende Ansichten unterdrückt, wenn sie nicht in den angesagten Mainstream passen.
Dieser Schrieb gleicht den altbekannten Warnungen, welche die Linke seit 40 Jahren begleiten, mindestens. Schüren allgemeiner Paranoia das Linke allgegenwärtig überwacht werden und sich entsprechend verhalten müssen. Geschürt wurde es großteils ausgerechnet von der DKP im Zusammenhang mit den Berufsverboten. Na die hatten s echt nötig. Kleingruppen die sich mit RAF und Knast beschäftigten unterlagen naturgemäß am ehesten dieser Paranoia und dem Mißtrauen gegen jeden und alle. Was brachte es? Das allgemeine Mißtrauen richtete sich zumeist gegen die eigenen Leute und führt nur zu paranoiden Stimmungen, die mehr schadeten als halfen. Ist ein Thema für sich innerhalb der linken Geschichte. Staat und Überwachungsbehörden ließen sich davon nicht weiter stören. Wer aktiv beteiligt war, konnte sich ja weder verstecken noch unsichtbar machen, man mußte ja in die Öffentlichkeit.
Linke wurden gewohnheitsmäßig vom Staat überwacht und mit Mißtrauen beobachtet,  dies in unterschiedlichem Ausmaß. Die Paranoia der neuen Linke hat sicher auch ihren Grund in der Erinnerung an die Nazizeit und die Gestapo. Daher wurden Verhaltensmuster zum linken Allgemeingut, das in einer Diktatur durchaus angemessen wäre, in einer offenen Gesellschaft, wenigstens nach Verfassung, schadet man sich damit mehr als dem Gegner. Na sag das denen, die davon überzeugt sind, in einer postfaschistischen Diktatur des Kapitals zu leben, oder wenn nicht, dann üben sie schon mal für den Ernstfall.
Witzigerweise wäre diese Diskussion eher für China geeignet, wo das Internet überwacht und zensiert wird und jeder User von der Partei sehr mißtrauisch beachtet wird. Wenigstens gibt es in China was zu überwachen, in Nord Korea dagegen muß sich niemand über Sicherheit im Netz Gedanken machen.

Die Nadirleut haben den Schrieb auch auf Indymedia gestellt und da können sich die Leser immerhin zu Wort melden. Nadir selbst kannst n "Leserbrief" schreiben. ;-)) Nun haben manche dazu so ihre eigenen Gedanken.

Aber es gibt noch keine Alternative
chatgirl
Ich kenne eure Kritik und sie ist völlig berechtigt.

Ihr überseht aber einen weiteren Aspekt. Facebook ist selbst ein Raum geworden der politisch ungemein wichtig ist. Im arabischen Frühling spielte Facebook eine tragende Rolle. Darin hat der widerständige Grasswurzel Aspekt über den der Überwachung überwogen.
Man ist mittlerweile von zentralen Politischen Diskursen ausgeschlossen wenn man Facebook nicht nutzt.
Das könnte man alles ändern wenn man eine gangbare Alternative hätte. Respekt für euer Engagement aber es wird erst dann funktionieren wenn die Alternative absolut simpel und konfortabel ist. Mich stört da bei den linken Nerds oft die Einstellung das Verschlüsselung doch eigentlich ganz einfach und überhaupt keine Arbeit wäre. Oft auch verbunden mit der Einstellung die Leute müßten eben etwas leidensbereit für die gute Sache sein und die Mühen auf sich nehmen. Das Problem: Selbst wenn wir das tun. Die meisten Menschen werden es nicht tun und wir marginalisieren uns nur weiter.
SchallundRauch
Facebook ist ganz furchtbar böse. Und als LinkeR darf das also eigentlich nicht genutzt werden. Nichtmal zu rein persönlichen Vergnügungen. Einerseits braucht man ja auch gar keine Kontakte zur Aussenwelt. Der linke Szenesumpf reicht ja (hat den nebenbei auch den Vorteil, dort nicht mit abweichenden Meinungen, teils sogar fundierten, konfrontiert zu werden) auch locker aus, mehr Bekannte will man doch eigentlich gar nicht. Und, seien wir mal ganz ehrlich, durch den Spaß (oder sonstigen Nutzen), den man bei Facebook haben kann - da passieren ja auch echt schlimme Dinge! Ich mein, wenn sich von der für die Welt vollkommen irrelevanten, politisch vollkommen unbedeutenden linksradikalen Underground-Szene auch nur ein Viertel bei solch kapitalistischen Vergnügungen beteiligt... da ist das System natürlich schon ganz schön stabilisiert und die Revolution muss wieder ein Jahr verschoben werden.

Was für eine Entfremdung von der realen Welt hat bei euch eigentlich mittlerweile eingesetzt? Oder tritt die einfach nur im Kontrast zur modernen Technik so krass hervor?

Es ist klar, dass man keine sensiblen politischen Inhalte bei Facebook kommunizieren sollte. Aber die Verweigerung von bzw. Teilnahme an Facebook hier dergestalt aufzubauschen... kommt mal klar, sonst versinkt ihr (nicht explizit an Nadir gerichtet) noch mehr in der Bedeutungslosigkeit, als das eh schon der Fall ist. Und das wäre Schade.

Na s geht doch, kann doch nicht der Einzige sein, dem dies auffällt. Leitmotiv scheint die Angst vor der normalen Welt zu sein. Auch dies zieht sich durch die linke Geschichte. Man könnte darüber einen Stoßseufzer ausstoßen. Was gut gemeint war, einfach einen  Freiraum zu haben, in dem man sich nicht ständig mit der feindlich gestimmten Mehrheit und ihren Vorurteilen auseinandersetzen muß, hat sich zu der Haltung verselbstständigt, diese Welt überhaupt zu ignorieren und sich nur noch in seiner kleinen überschaubaren Szenewelt einzurichten. Und das funktioniert bis heute. Schaut man sich den Stand der Ansichten auf linken Seiten so an, da wird schnell klar, so können nur Linke drauf sein, die sich der Realität nicht mehr aussetzen und denen die sog. Normalbevölkerung am Arsch vorbeigeht. Die ernsthaft glauben, was bei ihnen gerade an Politgeschichten und Minderheitenprojekten in ist, das sind die Menschheitsfragen des 21. Jahrhunderts.
Der Verweis auf den arabischen Frühling ist hier naheliegend und wirft ein bezeichnendes Licht auf diese Debatte. In der Tat, über Facebook und weitere Dienste hätte man alle Beteiligten rausfinden können und könnte ganze Protokolldateien anlegen, wer mit wem und was und wann, warum und überhaupt. Nur hätte das den Behörden nichts mehr genützt, was soll man mit den Datenströmen noch anfangen? Es waren bereits zu viele beteiligt. Daher blieb in Ägypten bekanntlich nur noch der Ausweg, das Netz abzuschalten. Damit war die Straße freilich auch nicht mehr zu stoppen.
Verweisen könnte man auch auf 89 in der DDR. Die Stasi konnte nicht auf Soziale Netzwerke zurückgreifen oder auf den E Mailverkehr. Aber wenn es das (unrealistischerweise) in der DDR gegeben hätte, ja sicher, die Stasi hätte es um einiges leichter gehabt, nur hätte es ihr genau so wenig genützt, wie ihre traditionellen Aktensammlungen. Es waren bereits zu viele auf der Straße.
Sicher finden sich auch Fälle die das Gegenteil belegen. Wer im sozialen Netzwerk ohne Schutz zu fragwürdigen Dingen wenn nicht sogar zum Rechtsbruch aufruft, ist sich in der  aufgeheizten Stimmung nicht unbedingt über die Folgen klar. Nach den Riots in England  wurden zwei Aufrufer verhaftet. Den Beweis hatten sie selbst geliefert. Für den Backlash ist das Internet bestens geeignet, da haben eben einige ohne lange nachzudenken ihre Spuren hinterlassen. Es schadet sicher nicht ein Bewußtsein der User zu schaffen, was sie für Spuren im Netz hinterlassen. So wie früher die Telefonüberwachung zum Allgemeinwissen gehörte. Soll heißen, es ist möglich und deswegen muß man nicht alles in die Leitung reinquatschen. Trotzdem ging man nicht davon aus, das man andauernd überwacht wurde. So sollte man auch mit dem Netz umgehen. Bilde dir nicht ein, das es irgendwem interessiert, was du treibst. Nur in Extremsituationen, erinner dich daran, das du nicht unbedingt anonym bist.
Elektronische Überwachung macht nur gegen Minderheiten Sinn, doch wenn sich diese aus Angst vor Überwachung isolieren, dann bleiben sie eben auch bedeutungslose Minderheiten. Man könnte auch an die Steinzeit erinnern. Früher stand uns allenfalls das Telefon zur Verfügung (Festnetz heißt das heute) und es wurde in Ausnahmefällen sogar zur Mobilisierung genutzt. Etwa im Falle der Startbahndemos, oder diverser X Tage. Sonst freilich galt auch schon seinerzeit die Allgemeinregel, bestimmte Storys nicht am Telefon zu bequatschen. Allein die Möglichkeit abgehört werden zu können, reichte aus. Nicht das die Behörden genug Leute gehabt hätten, um alle Linke mit Anschluß systematisch abhören zu können, das war ja noch solide Hand bzw Ohrarbeit und nicht wie heute automatisierbar.

PS: Ausgerechnet auf einen Googleblog? Ja sicher, damit fütter ich auch Google mit Infos. Aber das machst auch, wenn du auf Indy veröffentlichst. Die Infos werden ja auch von Google zwischengespeichert, was sich ab und an sogar als nützlich erwiesen hat. Aber das kann ich bislang bestätigen. Hier konnt ich bisher machen was ich wollte, niemand zensiert hier. Einige der Inhalte hier, hätten auf linken Webspace keine lange Lebensdauer.
Think about it.


Siehe auch: Spitzelangst

Nachtrag:

Wechselt alle zwei Wochen eure Unterkunft!
Schmeißt euer Handy nach jedem Gebrauch weg!
Trefft euch nur noch im Wald!
Anders als ihr anscheinend, richten die meisten Linken nicht ihr gesamtes Leben darauf aus, so konspirativ wie möglich des Nachts Brandsätze legen zu können. Sie legen nämlich überhaupt keine Brandsätze. Sie sind zum Glück inzwischen etwas davon weg, anders als die Rest-Autonomen, sich permanent in der Entscheidungsschlacht gegen den Staat zu begreifen und stellen stattdessen die Frage, wie man denn mehr als eine sinnlose Nadelstichpolitik betreiben kann.
Und dass Facebook-User "zum Produkt werden"... Ich bitte euch, wir leben im Kapitalismus. Hier wird der Großteil der Menschen tagtäglich zum Produkt reduziert: auf seine Arbeitskraft.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Linke Geschichte

In der trotzkistischen Scharf Links vom 27.11.11 befasst sich ein Text mit der Vereinigungsdebatte von BWK, GIM, KPD von 86. Eine ziemlich vergessene Geschichte, die seinerzeit zur Vereinigung von GIM und KPD/ML zur VSP führte. Was in den 70gern noch undenkbar erschienen wäre, war dann 86 nicht mehr als eine wenig beachtete Meldung. Diese Welt erschien den ehemals Beteiligten bereits wie ein schlechter Traum. Und an dieser Debatte beteiligte sich wohl auch nur noch der übrig gebliebene Rest. Dafür ist diese Geschichte den Trotzkisten der Scharf Links sogar noch 11 eine Aufarbeitung wert, aber was für eine.
Eines der greifbaren Resultate dieses Prozesses ist die anstehende Fusion von GIM und KPD. Man rieb sich die Augen: Die KPD, die 1975 noch als KPD/ML mit ihrem Namensvetter KPD ihren „Argumenten“ gegen den Trotzkismus mit Eisenstangen und Ketten Nachdruck verliehen hatte, sucht heute den organisatorischen Zusammenschluß mit Sachwaltern „des Blocks der Rechten und Trotzkisten gegen die Diktatur des Proletariats".
So stehts zu lesen. In der Tat, man rieb sich die Augen vor Verwunderung. Aber wer? Das konnte nur, wer entsprechendes Vorwissen mitbrachte und gerade diese Infos in die Finger bekam. Nicht jeder las noch linke Kleinblätter und vom Internet war man noch weit entfernt. Zudem, nur noch eine Minderheit interessierte sich überhaupt noch für derartigen Unfug, den Alternativen und Autonomen, die zu der Zeit die politische Landschaft bevölkerten, waren solche Debatten entweder recht fremd und unverständlich oder sie hielten das Zeug zurecht für Zeitverschwendung.
Und wie liest sich die Aufarbeitung dieser bedeutenden Phase der Geschichte der Arbeiterbewegung, in der Weichen für die Zukunft gestellt wurden? ;-))
"Sozialdemokratie und Stalinismus sind Zwillingsbrüder, bürgerliche Strömungen innerhalb der Arbeiterbewegung, mit gravierenden, aber keineswegs qualitativen Unterschieden. Das Infragestellen der ultralinken und demokratischen maoistischen Schalen ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn zum Kern des stalinistischen Reformismus vorgedrungen wird, in deren Tradition die ex-maoistischen Gruppierungen stehen. Der Bruch mit jedwedem Reformismus ist die Voraussetzung — wenn auch nicht Garantie — für eine revolutionäre Politik in der Zukunft."
Schau an, der Stalinismus war nur eine bürgerliche Strömung. Trotzki hätte das nie zugelassen, wenn man nur auf ihm gehört hätte? Alles nur eine bürgerliche Strömung? Lagerhaltung, Säuberung, Schauprozesse, Massenerschießung....und, und, und. Hätte alles nicht sein müssen, wenn man nur den Reformismus erfolgreicher bekämpft hätte?
Unfug, darum geht es doch gar nicht. Die Kritik an Stalin richtet sich gar nicht gegen die Mordaktionen, nur dagegen, das Stalin von der  reinen Lehre abwich und die Theorien nicht 1:1 umsetzte. Trotzkisten kritisieren Stalins Terror nur insoweit es Trotzkisten traf, der Rest der Menschen die dran glauben mußten, ist ihnen gleichgültig. Ideologie interessiert sich eben nicht für Menschen.
Was wir hier vorliegen haben, ist nichts weiter als die alte Geschichte vom Verrat an der reinen Lehre. Wenn man den Reformismus beseitigt, nur dann gelingen Revolution und Kommunismus. Jeder übriggebliebene reformistische Virus zersetzt mit der Zeit das große Werk und dann kommt eben Stalinismus, Revisionismus, Syndikalismus, Utopie, Anarchie, Autonomie, Ökologie, Kleinbürgertum, Großbürgertum, Mittelbürgertum, Bildungsbürgertum, Prekärbürgertum, Proletarierbürgertum und all das bei raus, was jeden linientreuen Kommunisten an der Realität verzweifeln lässt. So gibt es selbst heute noch Altkommunisten, die mit dieser Reformismusthese den Zusammenbruch des Ostblocks erklären. In ihren Weltbild ist eben nur Platz für die Verratsthese. Die Komplexität einer Gesellschaft ist etwas, das ihr Weltbild überfordert, auch dogmatische Kommunisten sind eben Meister in der Kreation einfacher Erklärungen von der Sorte, Gut/Böse.
Wie man sieht, auch aktuell gibt es noch Geschichtsaufarbeitungen, an denen alle Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte spurlos vorübergegangen sind. Für diese Zeilen zeichnet eine Gruppe verantwortlich, man fragt sich was für eine? Offensichtlich sind sie im Jahr 86 stehengeblieben und meinen, Internet ist Teufelswerk, nur dazu da, die Massen vom Klassenkampf abzulenken. Wie sie es trotzdem geschafft haben, diese Zeilen online zu stellen?
Oder so. Mit den Fingern auf den Tasten des Jahres 2012, mit dem Kopf im Jahr 1975 stehengeblieben.
PS: Scharf Links ist Bestandteil der Partei die Linke, jedenfalls nahestehend und Trotzkisten mit diesem Weltbild bilden einen Teil der Linken. Hilfreich sich daran zu erinnern, das es nach wie vor etliche mit einen angestaubten Weltbild gibt, das von keiner Realität zu erschüttern ist.

Mittwoch, 26. September 2012

Ereignishorizont

Die BRD Linke hat es bisher nicht geschafft, die Macht 
und den Briemarkendruck zu übernehmen. Damit blieb 
einer der historischen Fixpunkte, der Sturm auf den 
Winterpalast den Briefmarkendesignern der DDR und 
dem Ostblock  vorbehalten. Dafür ist die Graphik wie
man weiß kein Bilddokument, sondern nur ein Standbild 
aus einen später gedrehten Film Oktober von 
Sergej Eisenstein. Originalfilmmaterial gibt es offenbar 
nicht und tatsächlich geing es den Stürmenden 
seinerzeit weniger um die Macht, eher ganz konkret 
um den Weinkeller. Aber auch Revolutionen brauchen 
ihren ikonographischen Urknall und wenn nicht 
vorhanden, dann helfen wir eben nach.
Wir werden in unseren Leben mit unterschiedlichen Vorgängen konfrontiert. Zumeist nehmen wir sie medial wahr, nur an wenigen Vorgängen sind wir selbst beteiligt. Hier soll es um genau diese Geschichten gehen, an denen wir selbst beteiligt waren und die prägend wirken. Doch wann ist dies der Fall? Es ist eine Altersfrage. Wenn man jung ist, erstmalig auf einer Demo, oder erstmalig irgendwo beteiligt ist, dann wird dies prägend. Hier entschied sich oft der weitere politische Lebensweg. An diese Ereignisse erinnert man sich, die hier gelaufenen Auseinandersetzungen setzen sich im Verstand fest. man kann sie noch nach Jahrzehnten wiedergeben.
Hinterher gibt es natürlich weitere Auseinandersetzungen, die Politik geht weiter und man kann sich auch daran beteiligen, doch derart prägend werden die nachfolgenden Geschichten nicht mehr.
Es entstehen neue Bewegungen und es sind neue Leute daran beteiligt, die vor allem erstmal jung sind. Was für den Altgedienten eine bekannte Geschichte ist, wird für Jüngere zunächst mal zu einen wichtigen Teil ihres Lebens. Was auch sonst?
Damit dies nicht zu abstrakt wird, will ich dies an einen konkreten Fall verdeutlichen. Nehmen wir die M 31 Demo in Frankfurt vom März 2012, die etwas ausartete. Eine größere Anzahl von Aktivisten sorgte mit Glasbruch, Signalrauch, Steine, Sprühdose und fliegenden Absperrgittern für mediengerechte Bilder und zudem für Polizeiattacken und Einkesslung. Zumeist nach dem Prinzip, Hit and Run. Auch wer sich nicht daran beteiligte meinte hinterher bei einer Straßenschlacht dabeigewesen zu sein und die Medien bestätigten diese Ansicht. Mein eigener Bericht darüber wurde weniger freudig aufgenommen, offensichtlich hatte ich dem Kampfeinsatz nicht angemessen zu würdigen gewußt.
Das stimmt sogar, ich war nicht der Ansicht, gerade Zeuge einer Straßenschlacht gewesen zu sein. Warum? Genau hier haben wir einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont. Wer an Geschichten beteiligt war, die etwas anders abliefen, der beurteilt diese Demo eben etwas anders, als jemand der das nur aus dem Fernseher kennt und zum ersten mal einen Autonomen sieht, der ein Absperrgitter Richtung Polizei wirft. Liefert medienwirksame Bilder, selbst wenn dabei gar nicht viel passiert. Sieht auch beeindruckend aus, wenn man zum erstem Mal sowas live zu sehen bekommt. Solche Leute soll es ja auch geben, für die Putzdemos nicht unbedingt Alltag sind oder die eben nicht mehr bei der Startbahn dabei waren.
Man nennt dies auch betriebsblind. Wer jeden Tag Stahl kocht, dem erscheint alles im Werk alltäglich, der Besucher der dies noch nie live gesehen hat, ist erstmal schwer beeindruckt. So ist das auch mit Demos, wer frühere Auseinandersetzungen erlebt hat, der bleibt erstmal gelassen, man kennt das ja bereits, selbst wenn man nicht völlig cool bleibt, denn ein Rest an Unsicherheit bleibt. Man weiß nicht was in der nächsten Minute passieren wird. Wer das noch nicht kennt, auf den wirkt das anders und an die Demo wird derjenige sich noch lange erinnern.
Da kann man auch hinterher sauer werden, wenn man meint gerade an einer harten Sache beteiligt gewesen zu sein und zu hören bekommt, halb so wild das alles, ist doch gar nichts passiert. Es handelt sich eben um unterschiedliche Erfahrungen. Da kann es schon mal vorkommen, der eine ist geschockt von unerwarteter Gewalt, der nächste meint an einer wichtigen Schlacht auf dem Weg zur Revo teilgenommen zu haben, so könnte man mal zwei Extrempunkte darstellen, der Veteran steht daneben und fragt sich, wie oft hast sowas schon gesehen? Weißt es selbst nicht mehr.
Es ist auch eine Generationenfrage, freilich ist damit nie die gesamte Generation gemeint, denn nie sind alle an einer Geschichte beteiligt.
Man spricht heute so locker von der 68er Generation. Was dabei übersehen wird, es war ja nur eine Minderheit aktiv dabei, die 68er Generation ist eine Fiktion. Es gab sie nie. Genau so wenig wie die Woodstock Generation, die erst hinterher  von den Medien erfunden wurde.  Klar ist es Unfug, eine Generation mit gesellschaftlichen Vorgängen zu identifizieren, doch es hilft eine Geschichte festzumachen und irgendwie einzuordnen, deswegen macht man es so und der Medienmainstream wird es sich trotz aller Bedenken nicht verbieten lassen.
Vor allem dann, wenn es um historische Vorgänge geht, die alle betrafen. Daher redet man von einer Kriegsgeneration, weil sich kaum jemand dem entziehen konnte und es zu viele betraf.
Von einer 68er Generation zu reden ist in den Medien üblich geworden, dabei war es nur eine Minderheit der damaligen Jugendlichen oder Jüngeren, zudem sind einige Generationen nachgewachsen, die garantiert nicht mehr dazu zählen.
Genau, einiges was da lief war prägend für die Beteiligten. Wer beim Tegler Weg dabei war (nein, war ich nicht, ist nur ein zufällig ausgewählter Fall *sfg*), für den war es sicher ein Fixpunkt im Leben, sowas vergisst man nicht. Freilich sind viele nachgekommen, die damit wenig anfangen können, denen selbst der Name nichts mehr bedeutet. Frag den durchschnittlichen Netzuser nach Tegler Weg.
(Stop, Finger weg von der Suchmaschine und Pfoten weg von Wiki, sonst gibts auf selbige)
Das Ergebnis dürfte kaum überraschen. Was? Wo? Nie gehört. Worum ging es überhaupt? Nun wer dabei war, geht heute ohnehin auf die Rente zu oder ist es bereits.
Dies war nur ein willkürlich ausgewählter Fall, man kann viele weitere anführen. Jeder der sich in der Linken irgendwo mal eingemischt hat, kann Namen nennen, die für ihn selbst einige Erinnerungen auslösen, dem Rest freilich völlig unbekannt sind. Diese Fixpunkte sind sowohl zeitlich als auch räumlich bezogen, versteht sich. Der Tegler Weg ist in Berlin und andere waren eben andernorts aktiv. Der Dreisamhof steht für etwas, das viele Freiburger kaum vergessen werden, die seinerzeit dabei waren. Viele waren woanders und da fanden andere Geschichten statt. Aus Frankfurt lässt sich der Kettenhofweg anführen. Ein Name mit dem kaum jemand noch was anfangen kann. Eine ganze Sammlung solcher Namen und Daten ließe sich anführen, viel davon sind nicht mal online erfasst, weil zu unbedeutend und selbst die damals Beteiligten halten ihre Klappe.
Was man dabei oft übersieht, ist der Zeitraum. Wer bei den Demos gegen den Golfkrieg dabei war, der erinnert sich heute noch. Vor allem, wenn es die ersten Politerfahrungen waren. Nur das war 91. Ist das echt schon über zwanzig Jahre her? Auf Indymedia etwa trifft man auf User, die da noch nicht mal auf der Welt waren. Was soll denen das also bedeuten? Was soll denen der Tegler Weg bedeuten, das ist 44 Jahre her. Wem soll man mit den FVV Demos kommen? Die liegen 38 Jahre zurück.
Es sind eben unterschiedliche Erfahrungen die zu unterschiedlichen Ansichten und Beurteilungen führen und wenn man sich das bewußt macht, dann versteht man, warum in Diskussionen so oft aneinander vorbei geschrieben wird. Warum sich die Leute nicht verstehen können.
Weil gerade im Netz die unterschiedlichen Generationen ungefiltert aufeinander treffen und die Jungen raffen nicht, was das soll, während die alten Säcke von den naiven Unfug genervt sind, den sie da oft zu lesen bekommen.
Was bleibt zu tun? Sich erstmal darüber klar zu werden, warum man in unterschiedlichen Welten lebt. Warum sich Erfahrungen eben nicht 1:1 weitergeben lassen. Das Bücher eben nicht die eigene Erfahrung ersetzen können und jeder aus eigenen Fehlern lernen muß.
Freilich sind diese Überlegungen auch dazu gut, um sich zu erinnern, das es viele Menschen gibt, welche mit den typisch linken Erfahrungen nie was zu tun hatten, es könnte sogar die Mehrheit sein. Denen die ganzen linken Debatten und Eigenarten nichts bedeuten, die es noch nicht mal nachvollziehen können.
Genauso, wie die in den 70ern sozialisierten (sagt man so im Soziologendeutsch) lernen mußten, das ihre Storys vom Revisionismus, Sozialimperialismus, Kleinbürgertum und derartigen Zeug, mit dem sie sich ganze Nächte um die Ohren schlugen, von der heutigen Generation kaum noch verstanden werden, geschweige das es ihnen was bedeuten würde.
Versuch jemanden, der den 9.11. am Fernseher als Kind miterlebt hat, heute zu erklären, warum sich Trotzkisten und Anarchisten ca. 50 Jahre nach Kronstadt eben deswegen eins auf die Mütze gaben. Ja, sowas gabs und ist sicher schwer nachzuvollziehen. Sogar von den Beteiligten heute.
Doch möglicherweise hilft es, wenn man sich vergegenwärtigt, das es den Islamisten unter anderem auch um die Kreuzzüge geht und das ist an die Tausend Jahre her. Nebenher bemerkt, bisher ist in den Medien noch keine "nine eleven generation" aufgetaucht, na das kommt noch, wer weiß?
Im Gegenzug, versuch heutigen Jungaktivisten, die gerade die Netzwelt mit einen frischgeschriebenen Aufruf beglückt haben, den man in gedruckter Form bereits vor 20 Jahren gelesen hat und der schon seinerzeit nur noch genervt hat, dies klarzumachen. Was? Das sie unter Wiederholungszwang leiden? Das auch deswegen die Linke nicht vorankommt, weil sie sich weigert aus ihren Fehlern zu lernen? Weil sie sich weigert überhaupt Fehler einzugestehen? Weil nur andere alles falsch machen, denen muß man ja den richtigen Weg weisen, dafür sind wir schließlich da. Über eigene Irrtümer reden wir besser nicht, abgehakt und auf zum nächsten Thema. Schließlich macht Politik keine Pause und es gibt immer was zu tun.
Mittlerweile haben auch Großereignisse innerhalb des linken Mikrokosmos ihre Jahrestage und werden gelegentlich mit einen rückschauenden Text abgefeiert, der freilich zumeist unter einen bedauerlichen Mangel an Kritik und Realismus leidet. Meist überwiegt der Optimismus und Stolz auf die vollbrachten Leistungen (freilich fragt man sich dann doch, worin die bestanden und ob da nicht zuviel Geschiß drum gemacht wird). Nicht das es verkehrt wäre, auch daran zu erinnern. Doch ohne kritische Aufarbeitung kommt das dann eher als Heldenepos rüber. Man meint entweder, man hätte was verpasst oder vermutet, nicht zu unrecht, man bekommt ein idealisiertes Bild vorgesetzt.
Wer epische Sagen und Heldenlegenden lesen will, ist mit den diversen Götter und Heldensagen und ihrer Adaption in Film, Comic und PC Spiel bestens bedient. Im politischen Alltag und der Geschichtsschreibung der Neuzeit hat dies nichts verloren. Da haben wir es mit Menschen und all ihren Fehlern und Macken zu tun.