Montag, 23. November 2015

Plakate aus Nord Korea

Was wäre das Leben doch grau und düster ohne die bunten Propagandaposter aus Nordkorea. Plakatmaler in Nordkorea müßt man sein. Zumindest hätte man stets genug Farbe und Papier. Ob man von anderen auch genug hätte steht hier nicht zur Debatte und auch nicht, ob man als Plakatmaler nicht etwas ungesund lebt. Für den Fall das dir mal der Pinsel in Richtung Sarkasmus abrutscht oder jemand etwas falsch versteht. Nun ja, man kann eben nicht alles haben wollen. Gut, wollen möglicherweise schon, aber kriegen tut man s eher doch nicht.
Doch das soll hier nicht weiter stören, erfreuen wir uns an den farbenfrohen Werken der Plakatkunst die uns freundlicherweise auf der offiziellen Webseite zur Erbauung vorgestellt werden. Wo sonst geht es noch so heroisch zu, wo sonst wird der Alltag derart heldenhaft gemeistert? Und wo werden noch auf altbewährter Art die Frontstrategien auf der Landkarte eingezeichnet und bereits die Einheitsfeier graphisch dargestellt?
In einer Zeit der Posterproduktion aus dem Rechner mit Bildbearbeitung, stellt diese Plakatkunst noch solide Handwerk dar. Man muß schon Fan sein.
PS: Natürlich unterliegen auch Propagandaposter dem Copyright, im Falle einer Rezension ist eine Doku erlaubt.




Korea Posterwoche in Ponyville

Donnerstag, 2. Juli 2015

MLPD

Der versammelte Verein der MLPD bei der Blockade am 20.6. Das sie dann noch versuchten den Blockierern, die vom Alter her ihre Kinder (mindestens) sein könnten, ihre "Jugendzeitung" Rebell zu verticken, war echte Realsatire. Nur wofür steht MLPD? Könnt ja auch my little Pony Desaster heißen. Na da ist doch eine kleines Humorpic angemessen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Roter Aufbau

Rote Szene Hamburg
Für einen roten Aufbau.

So die Überschrift für eine Erklärung eines Vereins aus Hamburg, der sich umbenannt hat und dies der Netzwelt verkündet und großspurig verkündet.
Dies soll nicht nur ein Schlusstrich sein, sondern gleichzeitig ein Neuanfang, denn wir starten einen neuen Angriff auf Staat und Kapital!
Nichts weiter als ein neuer Versuch mit einer hierarchisch autoritären Parteisekte Politik zu machen und auf Deppenfang zu gehen. Nichts was man ernstnehmen oder überbewerten müßte. Dafür haben sie aber einen Schrieb zusammengetippt, der alle Fehler und Dummheiten der Vergangenheit reproduziert, als hätte es seitdem keine neuen Einsichten gegeben.

Eine Zeit lang drohten wir durch falschen Einfluss in Dogmatismus und Sektenwesen abzurutschen.

Na schau an, wer hätte das gedacht?

Wir wollten raus aus der linken Szene, haben aber unsere eigene geschaffen.

So hat s doch schon mal angefangen. Raus aus dem antiautoritären Sumpf der Studenten, 68er und Hippies. Den revolutionären Parteiaufbau vorantreiben. 45 Jahre ist das nun her. Nicht zu fassen.

Hervorzuheben ist, dass wir kein abgeschlossenes Weltbild haben……..

Wer das glaubt, wird im folgenden Text doch sehr ernüchternde Zeilen finden. Hier hab ich mal die Highlights vorgestellt.

Normalerweise müsste die revolutionäre Linke in Deutschland großen Zulauf haben, doch durch eigene Fehler hat sie sich an den Rand der Bedeutungslosigkeit manövriert.
Die verschiedenen kommunistischen Gruppen spielen sich als Hüter der wahren Linie auf und degradieren den wissenschaftlichen Sozialismus auf Phrasendrescherei und Dogmatismus. Hinzu kommt eine gewaltige Priese Sektierertum, was sogar die Zusammenarbeit von Kleinstgruppen verhindert. So wird vielleicht die gruppeninterne Linie in ihrer Reinheit gewahrt, doch es entsteht keine wirkliche Bewegung…..

Das kann man auf ihren Webseiten bestaunen, die recht museal wirken. Freilich haben wir hier den Fall, das eine Sektengruppe die anderen als Sekten kritisiert. Ist auch nicht neu und war in den 70ern der Normalfall. Hier geht’s bereits mit dem Begriff wissenschaftlicher Sozialismus los. Wer das ernst nimmt, dem scheinen die Diskussionen um die Frage entgangen zu sein, ob die Soziologie zu den exakten Wissenschaften zu rechnen ist. Oder wie kann ein politisches Programm, das erst noch realisiert werden muß, was mit Wissenschaft zu tun haben? Bekanntlich wollte Marx den Arbeitern was in die Hand geben und im 19. Jahrhundert glaubte man eben an die Wissenschaft als Allheilmittel. Nur die Dogmatiker können sich bis heute nicht von diesem Begriff trennen.

Unsere Aufgabe muss aber gerade darin bestehen, diese Bewegung aufzubauen – jedenfalls wenn wir mehr sein wollen als ein nostalgischer RentnerInnenverein oder eine StudentInnengruppe.

So verstaubt sie daherkommen, dogmatische Gruppen glauben durch das BinnneI heute szenegerecht rüberzukommen und versuchen sich anzubiedern. Es wirkt eher lachhaft.

Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind…..

Hier zitieren sie Marx und übersehen dabei, daß die sozialistische Revolution in den meisten Ländern erfolgreich war, in denen die Produktivkräfte entweder unterentwickelt oder kaum vorhanden waren. Marx lesen und Hirn abschalten, so funktioniert Dogmatismus.

So werden in manchen Regionen dieser Welt islamistische Terrorgruppen wie in Syrien aufgebaut; anderen Ortes werden faschistische Gruppen wie in der Ukraine gefördert, um Länder in ein Bürgerkrieg zu verwickeln, wenn es bestimmten imperialistischen Interessen dient.

Schön wenn man wie gehabt, die üblichen Verdächtigen für verantwortlich machen kann. Alles eine große Verschwörung der Imperialisten. Alles von denen gesteuert? Damit enthebt man die Beteiligten jeder Eigenverantwortung und unterstellt ihnen, sie wüßten nicht was sie tun oder seien unfähig zur Eigenentscheidung. Folglich kann man sie auch für nichts haftbar machen.  Das Weltbild von Leuten, die sich Politik nur als zentral gesteuerte Aktion vorstellen können. Witzigerweise wurden Kommunisten genau so von ihren Gegnern bezeichnet, als vom Osten gesteuert und völlig falsch war es ja nicht. Die APO wurde genauso diffamiert, denn die Rechten konnten sich das nicht anders denn als gesteuerte Geschichte vorstellen. Ein Weltbild das sie mit den dogmatischen Kommies teilen.

Im Kapitalismus haben sich verschiedene Industrien herausgebildet, die Menschen von den realen Verhältnissen ablenken und sie betäuben. Die Kulturindustrie, aber auch die Medien und die Werbung sind Mittel, um das objektiv notwendige und zugleich falsche Bewusstsein, also Ideologie, zu produzieren. In diesem System ist es notwendig, die Menschen von den realen Ausbeutungsverhältnissen abzulenken…..

Diese Kritikform ist auch nicht gerade neu. Kann man bereits bei den K Gruppen der 70er Jahre nachlesen und dies in ziemlich genauer Wortwahl. Witzigerweise benötigte sogar die DDR einige Exemplare an Ablenkung von der drögen Parteipolitik und bis heute gelten sie als legendäre Produkte in der Zone. Eulenspiegel, Das Magazin u.a. Genießen noch heute Kultstatus, auch wenn die aktuellen Ausgaben schon langen nichts Außergewöhnliches mehr darstellen.  Sogar im Realsozialismus wurden Produkte geduldet (gezwungenermaßen) welche die Menschen von ihren realen Verhältnissen (im Sozialismus!) ablenkten.
Tia, die Kommunisten. Zeitungen die den Lesern den ganzen Tag einhämmern, der Kapitalismus ist schlecht, verkaufen sich eben nicht so gut. Das erkannte schon Münzenberg und produzierte die Arbeiterillustrierte. Zum Dank wurde er später aus der bereits verbotenen KPD ausgeschlossen.

Faschismus ist die autoritärste Form der Diktatur des Kapitals. Der Faschismus setzt dabei jedoch nicht bloß auf nackte Gewalt, sondern auch auf eine Massenbewegung innerhalb der Bevölkerung.

Wieder mal Dimitrovs Faschismustheorie. Aber woher kommt dann die Massenbewegung? Alles Kleinbürger, wie es uns die Kommunisten bis heute verkaufen wollen? Dazu lesen wir auf Wikipedia:
Von Kritikern wie dem deutschen Historiker Gerd Koenen und dem amerikanischen Politologen Daniel Pipes wird die Agententheorie aufgrund ihrer monokausalen, personalisierenden und moralisierenden Erklärung eines komplexen Geschehens als Verschwörungstheorie bezeichnet.

Der deutsche Faschismus war wohl bisher der aggressivste seiner Art. Nicht nur, dass er die Welt in den bisher blutigsten Krieg stürzte. Auch hat er mit seinem Vernichtungsantisemitismus den industrialisierten Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden begangen und somit den absoluten Tiefpunkt menschlicher Zivilisation erreicht. Mit nur rationalen Argumenten ist er historisch nicht mehr fassbar, denn die antisemitische Vernichtungsideologie hat u.a. wichtige Kriegslogistik für den Holocaust genutzt, obwohl sie an der Front benötigt wurde.

Na  sowas. Sogar Kommunisten lesen Webseiten? Ist es sogar bei denen angekommen, daß sich der Nationalsozialismus nicht einfach rational als Weg zur Gewinnmaximierung erklären lässt? Na fein, wenn die historischen Forschungsergebnisse doch nicht völlig spurlos an euch vorbeigegangen sind.

„Ihr könnt keinen Kapitalismus ohne Rassismus haben“
…….Für den Kapitalismus ist dieser Umstand äußerst nützlich. Der Rassismus als eine Form der vermehrten Konkurrenz innerhalb der Arbeiterklasse vergrößert dessen Spaltung…….

Die alte Story, weil die Kapitalisten von Rassismus profitieren, sind sie auch dessen Urheber. Dies verkürzt ein komplexes Phänomen auf einen Schuldigen, der für alles Übel verantwortlich ist. Wie bekannt, in der DDR gab es keinen Rassismus, weil es diesen nicht geben durfte.  Umso offener brach er nach der Wende hervor, nicht nur da, auch in anderen Ländern Osteuropas. Das Rassismus für den Kapitalismus sogar störend sein kann, zeigte sich daran, das sich große Firmen gegen Fremdenhass positionierten, da in ihrem Hause viele Volksgruppen zusammenarbeiten müssen. Da ist Fremdenfeindlichkeit eher ein Störfaktor. Auch das gibt es, ganz so einfach ist die Welt auch nicht.

Demnach muss eine emanzipatorische und revolutionäre Bewegung sich immer noch in der Arbeiterklasse verankern. Nicht irgendwelche KleinkünstlerInnen oder SoziologInnen sind die Motoren der Veränderung im Kapitalismus. Sie können an Bewegungen teilnehmen, aber Bewegungen können nur Erfolg haben, wenn sie die Produktion erheblich sabotieren oder still legen können.

Wär auch etwas viel verlangt. Hat das überhaupt jemand behauptet? Mit Kleinkunst schafft man den Kapitalismus sicher nicht ab, aber auch nicht, wenn man versucht sich in der Arbeiterklasse zu verankern ohne zu wissen, wer das überhaupt ist, was sie will und ob sie überhaupt als Ankerplatz für irgendwelche emanzipatorische Bewegungen fungieren will. Sind wir etwa der Hafen für jeden dahergeschwommenen Seelenverkäufer?
Schon diese Pfeife Sartre sagte, der Intellektuelle muß seinen Platz im Volk einnehmen, den Platz der ihn dort erwartet.  Darauf folgte die Antwort etwa so. Aber in den USA hat das Volk Nixon und den Vietnamkrieg gewählt, sie hasst alles was links und intellektuell ist und ihre Sprache und Einstellung reflektieren diese Haltung.

Uns ist aber auch klar, dass die Werktätigen nicht alleine solch eine Bewegung aufbauen können, sie benötigen auch andere Klassen und Schichten als Verbündete. So müssen KommunistInnen auch auf jegliche sozialen, politischen und kulturellen Bewegungen Einfluss nehmen, die Interessen der Werktätigen vertreten und sie schließlich zu einer revolutionären Bewegung bündeln. Auch wenn die kommunistische Bewegung aktuell eher aus AkademikerInnen und Wohlstandslinken besteht…..

Wohlstandslinke!!! Der war gut. Geht das wieder los? Die Intellektuellen als Studenten und damit Privilegierte werden von der Partei in die Pflicht genommen dem Volke zu dienen. Na das hatten wir doch schon mal. Was habt ihr mit den Wohlstandslinken vor? Auf den Rübenacker wie in China? Damit sie das gesunde Landleben kennenlernen? Oder wieder ab in die Fischmehlfabrik? Gibt’s die in Cuxhafen noch oder ist sie längst pleite und ein Lost Place? Axo, die sollen nur zu einer revolutionären Bewegung gebündelt werden. Und daher muß man auf die Bewegungen Einfluß nehmen und den Standpunkt der Arbeiterklasse vertreten? Ich glaub fast ich les gerade die KVZ. Schon seltsam, das den Leuten auch nichts Neues mehr einfällt.

….so können wir unsere Aufgaben nur erfüllen, wenn wir Einfluss auf die Arbeiterklasse und Unterschichten entwickeln. Jenseits von Arbeiterfetisch und romantischen Vorstellungen von der Arbeiterklasse….

Wie Einfluß auf die Unterschichten nehmen? Dazu könnte man sich ja die Assis bei RTL reinpfeifen, einschließlich ihrer Ausdrucksweise, um die Assos da abzuholen, wo sie stehen. Nein, das war kein ernstgemeinter Vorschlag. Nicht das ihr das wirklich macht und ich war s gewesen.
Na schau an, aber die Arbeit auf s Podest stellen, etwa Arbeit adelt oder ehrliche Arbeit und die ganze Heroisierung der Maloche? Auch bei euch angekommen, daß dies auch nur Ideologie ist die markanter Weise vom Faschismus mißbraucht wurde und der man schon deswegen misstrauen sollte? Und was die romantischen Vorstellungen von der Arbeiterklasse angeht, das nannte man in den 70er den Proletenkult der K Gruppen. Doch nicht alles vergessen? Na wunderbar, dann besteht ja noch Hoffnung.

Der nächste Schritt ist die Erlangung der Hegemonie in Kultur, Wissenschaft, Betrieb und auf der Straße. Dies klingt etwas größenwahnsinnig, aber wenn wir erst mal anfangen kontinuierlich Stück für Stück mehr Relevanz in der Gesellschaft zu entwickeln, dann ist dies gerade der Kampf um Hegemonie. Erst wenn unsere Gruppe eine relevante Arbeit in Hamburg entwickelt hat, kann man sich über eine bundesweite Vernetzung mit anderen revolutionären Gruppen zusammen setzen…


Hamburg zieh dich warm an, der rote Aufbau will die Hegemonie erlangen. Na halb so wild. Die Praxis wird wieder mal darin bestehen, auf diversen Demos die eigenen Transpis vorzuweisen und diese dann propagandagerecht im Blog damit anzugeben. Wir bestimmen das Erscheinungsbild, wir sind die Avantgarde, wir haben ergebnisorientierte Jugendliche. Die werden auch älter. Das hatten wir alles schon mal, nur ohne Internet.

PS: Bibliographie zur Linkssxtremismusforschung hat diesen Beitrag verlinkt. Kann ich mir nicht aussuchen und politisch hab ich nichts mit denen zu tun. Das ich mit diesem Blog ab und an Beifall von der falschen Seite bekomme, kann schon mal vorkommen, ist aber noch lange kein Nachweis, das ich deswegen falsch liege. Früher sahen Dogmatiker und Primitivlinke das als Beweis an, das man nur dem Feind nützt. Weil man nicht länger bereit ist, eigene Mißstände im Interesse der Sache zu verschweigen. Die Zeit sollte vorbei sein, das sich Kritiker so leicht zum Schweigen bringen lassen.

Siehe auch: 
Sozialistische Linke
Die Tageszeitung
Wir wollen keine Polit-Sekte sein.

Dienstag, 26. Mai 2015

Kommunistische Initiative

Screenshot zweier Plakate der Kommunistischen Initiative, von der man auch nicht mehr sehr viel hört. jedenfalls weniger als das große Getöse am Anfang. Die Poster jedenfalls dürften unter Realsatire fallen. Noch karikaturhafter lässt sich der Antiimperialismus in seiner naiven Form kaum darstellen. Wenn sich für den Antiimperialistischen Kampf keine besseren Kandidaten mehr finden, na dann kann man den Antiimperialismus nur noch unter Skurriles abhandeln. Jedenfalls den Antiimperialismus, dem es egal ist, wen er ins Boot holt. Hauptsache gegen den Hauptfeind der Menschheit und das sind nach wie vor die USA und Israel. Dieser Antiimperialismus, der nicht mehr hinschaut, wer das eigentlich ist, dem die Unterdrückung in dem entsprechenden Land so gleichgültig ist, das er sie nicht mal mehr thematisiert, den kennt man noch aus den Zeiten der ML Sekten.

In Form der Kommunistischen Initiative hat er die Netzzeit erreicht. Wobei man sich gelegentlich fragt, ob dieser Verein nicht ein Fake darstellt. So hohl wie deren Propaganda auftritt, man könnt den Verdacht äußern. Oder doch nicht? Dummheit macht bekanntlich auch links nicht halt. Und was zeigen die Poster? Zwei Staaten, die eines gemeinsam haben. Eine totalitäre Ideologie. Dazu noch einiges mehr, aber wen interessiert's. Wenn so der Antiimperialistische Kampf aussieht, na dann viel Spaß, aber nicht mit mir. Es ist die Form der Politik, welche die Beteiligten auf Schachfiguren reduziert und der die realen Menschen völlig gleichgültig sind. Das ist die normale zynische Politik wie sie stattfindet. Aber was hat das bitte mit Kommunismus oder mit dem Kampf für eine bessere Welt zu tun?

Samstag, 10. Januar 2015

Datenbankprojekt

Internationale Solidarität

Es gibt doch stets freundliche Menschen, die alte Dokumente abscannen und online stellen. So auch das Mao Projekt. (Datenbankprojekt Materialien zur analyse von Opposition MAO) Hier werden etliche Originalzeitungen und Schriften aus der ML Zeit der 70er original als Bildgraphik der Netzwelt zugänglich gemacht. Dazu zählen die Rote Fahne, der Rote Morgen, sogar Ausgaben von 86 da wußten etliche Ex Genossen schon nicht mehr, ob es die KPD/ML überhaupt noch gab, und die Internationale Solidarität, KBW Schriften u.v.m. Dazu etliche kleinere oder interne Schriften wie die Erklärung einer Gruppe aus der Liga gegen den Imperialismus ausgeschlossener.

Dazu kommt mittlerweile noch die Dokumentation der Dem Volke Dienen, DVD des KSV, was für Kommunistischer Studentenverband stand.
Dazu eine Vielzahl von Betriebszeitungen und Kleinschriften, die schon seinerzeit nur ein begrenzter Kreis gelesen hat oder überhaupt zur Kenntnis nahm. Eine Menge Arbeit steckt fraglos dahinter und diese soll hier sicher nicht mißachtet werden.

Das alles kann man hier 1:1 nachlesen und auch optisch original betrachten. Abgesehen vom Rotstich der etwas stört. Was hältst von nen Weißabgleich? Nur so als Vorschlag.
Optisch gesehen lassen sich die unterschiedlichen Zeitungsformen einsehen als auch die Lay Out Struktur von Bild und Text. Besonders die Internationale Solidarität (abg. IS) legte wie auch die Kämpfende Jugend (abg. KJ) setzten auf ein optisch agitatives Erscheinungsbild. Und das kann man hier original auf den Screen laden.
Doch nun zum Inhalt. Bringt es was? Für einige die sich erinnern können, ist es ein nettes Wiedersehen. Hoher Wiedererkennungswert, das war s aber auch. Was die Texte angeht, eine Sammlung von Propaganda bei der man sich heute die Frage stellt, und das hast mal ernstgenommen? An diesen Unsinn hast damals geglaubt? Es reflektiert nicht nur die linken Themenstellungen der 70iger mit fast vergessenen Konflikten sondern die spezifisch marxistisch leninistische Sichtweise, etwa auf die Befreiungsbewegungen, in deren heldenhaften Kämpfen kein Platz für Kriegsbrutalität, auch gegen die eigenen Leute war. Ein geschöntes Propagandabild das man sich seinerzeit von den Kämpfen in der dritten Welt machte. Und dann umso bitterer enttäuscht wurde, als sie an die Macht kamen und sich die Dinge etwas anders als gewünscht entwickelten.
Historiker arbeiten wenn möglich mit Originalquellen. Sie mögen weniger die subjektive Rückschau, die von neuen Erfahrungen und Sichtweisen oder auch nur vom zeitlichen Abstand verändert wurde. Der Originaltext, wie er damals geschrieben wurde. Das ist der Zugang wie Historiker sich das wünschen, denn da haben sie eine fixe unveränderliche Quelle die man zitieren kann. Wie haben die Leute damals wirklich geschrieben und gedacht? Nach einigen Jahrzehnten kann man viel erzählen und weiß vieles, das man seinerzeit nicht wissen konnte. Auch dies verändert die Sichtweise. Trotzdem erfährt man über die Originaltexte nur bedingt was in der Zeit ablief.
Wer die ML Zeit aktualisiert haben will, der ist bei den diversen Webseiten der Kleingruppen gut bedient, besonders bei der MLPD die es geschafft hat, die ML Kultur in die Internetzeit hinüberzuretten.

In der IS werden die fast vergessenen Namenskürzel diverser Befreiungsorganisationen wieder lebendig und natürlich die längst vergessenen Demos und Parteiaktionen.
Ob Rote Fahne oder Roter Morgen, die Lohnkämpfe der Arbeiterklasse waren der Dreh und Angelpunkt linken Denkens und über gewerkschaftliche Aktionen für ein paar Mark mehr wurde geschrieben, als würde hier die Revolution vorbereitet. Für eine andere Sichtweise auf die Arbeiterklasse war hier kein Platz. Etwa auf den alltäglichen Frust den man sich als Linker bei der Arbeiterklasse holte, wenn sie von den Linken nichts wissen wollten. Zieht man sich diese Propagandatexte rein, man erfährt etwas über die BRD der 70er Jahre, doch kann das wirklich diese BRD gewesen sein?  Man meint einen Bericht aus einer Parallelwelt zu lesen.
Genauso sieht es mit der Darstellung linker Geschichte aus. Das Unheil begann bekanntlich mit dem XX Parteitag und vorher stellt die Sowjetunion eine fortlaufende Helden und Erfolgsgeschichte dar. Die andere Seite, wie etwa Schauprozesse, Massenerschießungen, Säuberungen und den Alltag des Stalinismus sucht man hier vergebens. Das war allenfalls imperialistische Propaganda. Es versteht sich, daß man auch über China nur Erfolgsmeldungen vom Aufbau zu lesen bekommt.
Wenigstens eine nervige Angelegenheit bleibt dem geneigten Leser erspart. Damals wurde noch Deutsch geschrieben. Kein BinnenI  und von Gender hatte man in dieser Zeit noch nichts gehört. Na ein schwacher Trost, wenn der ganze sektiererische Szenemist der heute linken Webspace verunstaltet, noch unbekannt war.
Gibt das Material dann wenigstens theoretisch was her? Wenig, denn es waren Parteizeitungen, für die Mitglieder und breitere Schichten gedacht. Folglich wurde die Theorie etwas vereinfacht aufbereitet. Heute würde es lauten, Marxismus Leninismus für Dummies. Für die ML Theologie gab es entsprechende Schriften, die sich an die Ideologen bzw. Spezialisten richteten.
In vereinfachter Form wird dies allenfalls noch bei der MLPD und DKP gepflegt.
Die 70iger waren die Zeit, in der sich viele mit dem Marxismus Leninismus beschäftigten und man könnte meinen, dies sollte wenigstens die Theorie weiterentwickelt haben. Weit gefehlt. Wenn es um die vielzitierte Theorie geht, ohne die es angeblich keine erfolgreiche Revolution geben kann, so haben Kritiker und Außenseiter erheblich mehr dazu beigetragen als alle Theoriegläubigen Exegeten von denen ein Großteil die ML Gruppen bevölkerte. Wer wie ein Bibelgläubiger die ML Werke studiert, von dem sind kaum kritische Auseinandersetzung und Neuerung zu erwarten. Und weil das genauso ablief, wurden in diesen Kleinparteien wie in einen Themenpark die alten Auseinandersetzungen nachgespielt. Soll heißen, der alte Windmühlenkampf gegen alle Strömungen des Denkens. Revisionismus, Spontaneismus, Rechtsopportunismus, Linksopportunismus, Reformismus und was noch alles, dies lässt sich in den Parteizeitungen original nachlesen.
Offen gesagt, auf Wikipedia wird man da heute besser bedient. Schon weil diese Einträge nicht mehr von Theoriegläubigen geschrieben werden. Von denen sind nicht mehr sehr viele übriggeblieben. Wer sie noch original und aktuell lesen will, wird auf dem Webspace der MLPD bedient.
Wer es live besichtigen will, besucht die jährliche LL Demo in Berlin.
Nun stellt sich also die Frage, lohnt sich die Mühe, an die vierzig Jahre alte Zeitungen der ML Sekten zu lesen? Lernt man heute was daraus? Möglicherweise, wie wenig sich teilweise in diesem Bereich verändert hat. Man kann das Zeug mit dem Webseiten heutiger ML Gruppen vergleichen (Oder trotzkistischer Gruppen, die im Web überdurchschnittlich vertreten sind) und feststellen, so groß sind die Unterschiede nicht. Man meint fast es hätte schon 75 Internet gegeben. Oder sie hatten 75 eine Zeitmaschine die sie ins Jahr 2010 verfrachtete. 

Was noch fehlt, sind die Rote Fahne Ausgaben von 79 - 80 und interne Schriften. Dies war die Zeit kurz vor der Parteiauflösung, in der es wirklich interessant wurde, in der Diskussionen stattfanden, die diesen Namen auch verdienten und die Automatensprache der Parteiideologie verließen. Na möglicherweise kommt da noch was.
Die Schriften der Autonomen  und undogmatischen Szene sind zwar nicht erfasst, doch würd man beim Abgleich genauso erstaunt feststellen, wie wenig sich zwischen den Zeitungsinhalten aus den 80gern und den heutigen Inhalten online verändert hat.
Die sektiererische Verkürzung der Realität. Die Ausblendung allen Unpassenden aus der Zielgruppe, das hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt.
Jedenfalls bekommt man hier noch den Irrsinn von dem Kleinbürgertum geboten, dem man nicht trauen darf. Dieses Thema war ein Dauerbrenner in der ML Welt und daher gibt es etliche Texte dazu. Zumeist seinerzeit von Kleinbürgern bzw. Studenten verfasst, die später bemerkenswerte Karrieren machten als wollten sie nachträglich den Nachweis ihrer Theorie liefern. Doch da interessierte sie dieses Zeug schon lange nicht mehr. Allenfalls der MLPD fällt der Verdienst zu, mit ihren Unfug über proletarische und kleinbürgerliche Denkweise, diese Geschichte in die Netzzeit gerettet zu haben.
Eines darf noch erwähnt werden. Die Theorie vom Kleinbürger, der stets darauf lauert, die Revolution zu verraten und von den Revisionisten, die man keinen Moment unbeobachtet lassen darf, weil sie dann sofort den Sozialismus sabotieren, dieser Unfug wird von einigen Dogmatikern aktuell für den Zusammenbruch des Ostblocks als Erklärung der erstaunten oder erheiterten Netzwelt vorgestellt.
Nur eine Minderheit nimmt sowas noch ernst. Wer dies in seinen Webseiten reinsetzt, beweist nur, daß er sich immer noch eine eigene Realität schaffen muß. Und was den Zusammenbruch von 89 angeht, der Revisionismus stellt die linke Verschwörungstheorie dar. Irgendwer muß ja schuld sein. Das Volk kann es ja nicht gewesen sein.